Nach G20-Ausschreitungen: Journalist Augstein und CDU-Mann Spahn giften sich auf Twitter an

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HAMBURG
Jens Spahn und Jakob Augstein sind auf Twitter aufeinander losgegangen. | Thomas Lohnes via Getty Images
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  • Der Journalist Jakob Augstein hat der Polizei in Hamburg vorgeworfen, sie seien für die Gewalt-Eskalation verantwortlich
  • CDU-Politiker Jens Spahn konterte auf Twitter
  • Für Spahn zeigt Augsteins Tweet, welche Doppelmoral der Journalist habe

In Hamburg ist es zu wüsten Auseinandersetzungen zwischen G20-Gegnern und der Polizei gekommen. Jakob Augstein zeigte auf Twitter, wen er für schuldig für die Eskalation hält: die Polizei.

Der Journalist schrieb, jetzt würden die kasernierten Polizisten, die sich schon tagelang gelangweilt hätten, auf die Demonstranten losgelassen:

Der Satz endet zwar mit einem Fragezeichen. Doch gibt es wenig Interpretationsspielraum: Augstein beschuldigt die Polizei, gegen die Protestierenden vorzugehen. Und nicht umgekehrt.

Reporter von NDR und "Deutschlandfunk" teilen die Einschätzung, dass von der Demonstration zunächst keine Gewalt und diese zuerst von der Polizei ausging.

CDU-Mann Spahn kontert

Jens Spahn, CDU-Politiker und Staatssekretär beim Finanzministerium, konnte Augsteins Kommentar nicht so stehen lassen. Dessen Tweet sei so "ätzend wie immer", schrieb Spahn. Polizisten müssten jeden Tag ihren Kopf dafür hinhalten, dass "Typen wie Sie hier so n Zeugs raushauen können".

Doch damit nicht genug. Spahn kam in Fahrt - und setzte nach: Er warf Augstein vor, er gehe mit seinen "linken Freunden" nicht gleich um, wie mit Nazis. Denn würden Rechtsextreme randalieren, Autos anzünden, Menschen jagen, wäre Augsteins Kommentar wohl anders ausgefallen:

Der Ball liegt derzeit bei Augstein, der auf Spahns Tirade noch nicht (Stand 6.30 Uhr Freitagmorgen) geantwortet hat.

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(mf)

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