Politiker und Journalisten streiten, wer für die Eskalation in Hamburg verantwortlich ist

Veröffentlicht: Aktualisiert:
HAMBURG
In Hamburg gingen Demonstranten und Polizisten aufeinander los. | Thomas Lohnes via Getty Images
Drucken
  • Auf Twitter streiten sich die Nutzer darüber, wer für die Gewalteskalation in Hamburg verantwortlich ist
  • Für einen Journalisten sind die Demonstranten schlicht "linksradikale Bürgerkinder"
  • Einige Hamburger dankten den im Einsatz stehenden Polizisten

Bei der "Welcome to hell"-Demonstration haben sich Vermummte und die Polizei regelrechte Treibjagden geliefert. Autos gingen in Flammen auf, Demonstranten griffen Polizisten an, die Sicherheitsbehörden reagierten mit Wasserwerfern und Pfefferspray. Auf Twitter stritten sich die Menschen darüber, wer für die Eskalation der Gewalt verantwortlich ist.

Einige Journalisten berichteten auf Twitter davon, das die Polizei zur Eskalation der Gewalt beigetragen habe. So schrieb "Bild"-Chefreporter Frank Schneider, die Polizei sei auch gegen Journalisten vorgegangen, es herrsche "völlige Eskalation".

Auch Reporter von NDR und "Deutschlandfunk" teilen die Einschätzung, dass von der Demonstration zunächst keine Gewalt und diese zuerst von der Polizei ausging.

Andere Twitter-Nutzer argumentierten hingegen, die Schuld liege einzig bei den gewaltbereiten Demonstranten.

Aus Sicht von "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt gingen in Hamburg die "linksradikalen Bürgerkinder" auf die armen, im Zweifel zu schlecht bezahlten Polizisten los.

Einige Hamburger dankten den Polizisten auf Twitter für ihren Einsatz. Carsten Ovens, CDU-Politiker und Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, sagte, er sei in Gedanken bei den Frauen und Männern der Polizei.

Für den "Bild"-Journalisten Nikolaus Blome ist klar: Die Demonstranten sind in Wirklichkeit gar keine Demonstranten. Sondern "linke Schläger, die seit Wochen trainiert haben."

Auch Regierungssprecher Steffen Seibert übte auf Twitter Kritik. Er teilte ein Zitat von Angela Merkel aus einem am Mittwoch in der "Zeit" erschienen Interview. Merkel betonte damals, es gäbe keine Rechtfertigung für gewalttätige Proteste:

Manche Twitter-Nutzer kritisierten hingegen das Verhalten von Gaffern. So berichtete der Journalist Gabor Halasz auf Twitter, trotz Wasserwerfern und rennenden Menschen hätten einige noch die Zeit gefunden, ein Foto zu machen:

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(mf)

Korrektur anregen