Brennende Autos und Straßenblockaden: Am Tag nach der Höllennacht eskaliert die Gewalt in Hamburg erneut

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HAMBURG PROTEST
Willkommen in der Hölle. | Hannibal Hanschke / Reuters
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  • Linksextreme haben auch am Freitagmorgen in Hamburg für massive Unruhen gesorgt
  • Autos gingen in Flammen auf, Rauchwolken liegen über der Stadt

Hamburg brennt.

Nach den Krawallen der vergangenen Nacht ziehen Linksextremisten durch Hamburgs Straßen und zünden Autos und Straßenbarrikaden an.

Über der Stadt hängen beißende, graue Rauchschwaden, die den Gipfel überschatten. Viele Anwohner sind fassungslos.

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Eines von vielen ausgebrannten Autos auf den Hamburger Straßen, Credit: Maximilian Marquardt

"Sowas habe ich noch nie erlebt“, sagt eine 70-Jährige, die gerade vom Bäcker im Viertel St. Pauli kommt, wo sich Autonome am Vorabend noch eine Treibjagd mit der Polizei geliefert hatten.

Sie hatte gehofft, dass nach den Krawallen in der Nacht zumindest der Freitag ruhig verlaufen würde. Doch diese Hoffnung ist verflogen – nicht nur bei den Anwohnern, sondern auch bei den Sicherheitskräften.

Die Hamburger Polizei ist längst an der Belastungsgrenze und forderte daher Verstärkung aus allen Bundesländern an.

Ein Polizist sagte Reportern der HuffPost, es sei ein sehr, sehr erschöpfender Einsatz. "Für die Polizei ist es wahnsinnig schwierig, weil wir zwischen Politikern und Demonstranten stehen“, sagt er. "Recht machen können wir es keinem.“

Viele Angriffe an verschiedenen Orten

Dabei schien es noch am Morgen so als würde sich die Lage beruhigen.

Kehrbesen räumten bei Sonnenaufgang in St. Pauli die letzten Scherben von den Straßen. Die sonst überlaufene Reeperbahn war verlassen wie ein Geisterviertel.

Ein Kiosk-Besitzer erzählt der HuffPost, dass er die ganze Nacht nicht geschlafen habe. „Ich hatte Angst, dass die Antifa meinen Laden kurz- und kleinhaut“, sagt er.

Doch sein Laden blieb verschont – stattdessen traf es in der Nacht vor allem das wohlhabende Viertel Eimsbüttel, wo Banken, Geldautomaten und Boutiquen zerstört wurden.

Während wir mit de Kiosk-Besitzer sprechen, beginnen die Krawalle erneut.

An den Landungsbrücken bringen sich um 7 Uhr etwa 1000 Menschen in Stellung, um die sogenannte rote Zone vorzudringen – die Sicherheitszone, mit der die Polizei den Gipfel schützen will. Die Demonstranten versuchen, eine Polizeiblockade anzuzünden, was die Polizei allerdings mit Pfefferspray abwehrt.

Es ist einer von vielen Angriffen an vielen Orten der Linksextremisten an diesem Vormittag.

Das macht die Lage so unübersichtlich. Die Demonstranten versuchen, den Ablauf des Gipfels zu stören und die Zufahrtsstraßen zu blockieren.

Sie wollen Chaos.

So zerstechen sie Reifen der kanadischen Delegation, werfen Fensterscheiben einer Polizeiwache ein. Auch das Konsulat der Mongolei wird angegriffen.

In Altona schießen Autonome sogar mit einer Leuchtrakete auf einen Hubschrauber. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn sie eingeschlagen wäre.

Einbrüche und Brandanschläge

Außerdem versuchen Vermummte, in einen Ikea einzubrechen. Sie schlagen mit einem Straßenschild so lange gegen die Scheibe, bis sie bricht. Die Szene filmt eine Mitarbeiterin, die im Hintergrund sagt: "Die sind gleich drin!“.

Die wohl bedrückendsten Szenen sind allerdings jene von Linksextremisten, die wie Feuerteufel durch die Straßen Hamburgs laufen.

Die ARD-Moderatorin Judith Rakers hat ein von einem Balkon gefilmtes Video gepostet, das zeigt, wie gleich mehrere Fahrzeuge in ihrer Straße in Flammen stehen.

In der Max-Brauer-Allee in Altona brennen sieben Autos, und auf der Elbchaussee fahren Autos sogar Slalom um brennende Fahrzeuge herum. Es herrscht Wut und Unverständnis.

Hamburg wird zur Feuerhölle – und allen ist klar, dass es dabei nicht bleiben wird.

Schon heute Abend planen Linksextremisten die nächste Demo, die noch gewalttätiger werden soll als jene am Vorabend, bei der es mehr als hundert Verletzte gab.

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(lp)

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