Traurige Bilanz des G20-Auftakts: 74 Polizisten und dutzende Demonstranten verletzt

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HAMBURG
Trauriger Bilanz des G20-Auftakts: 74 Polizisten und dutzende Demonstranten verletzt | Fabian Bimmer / Reuters
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  • Bei den Ausschreitungen während der "Welcome to hell"-Demonstration in Hamburg wurden 74 Polizisten und dutzende Demonstranten verletzt
  • Über die Anzahl der verletzten Demonstranten gab es zunächst keine offiziellen Angaben

Mit Sorgen hatte die Polizei auf die "Welcome to hell"-Kundgebung geblickt - ihre Befürchtungen sollten sich bestätigen.

Die große Demonstration von Linksautonomen endete unter dem Einsatz von Wasserwerfern und Pfefferspray. Die Vermummten wiederum bewarfen die Polizei mit Pflastersteine, Flaschen und Böllern.

Traurige Bilanz der Anti-G20-Demonstration:

Die Polizei berichtet von 74 verletzten Beamten, drei von ihnen mussten demnach im Krankenhaus behandelt werden. Piloten eines Polizeihubschraubers erlitten nach Angaben der Polizei Augenverletzungen durch Laserpointer.

Zur Anzahl der verletzten Demonstranten gab es zunächst keine offiziellen Angaben. Die Veranstalter berichten allerdings, dass zahlreiche Teilnehmer des Protestmarsches verletzt worden seien - einige ernsthaft.

Auch Beobachter des Geschehens berichteten von dutzenden Verletzten - mit teils stark blutenden Wunden. Die Polizisten gingen teilweise rigoros vor, schlugen mit Gummiknüppel auf Demonstranten ein.

Wer hat Schuld an den Ausschreitungen?

Beide Seiten geben sich die Schuld an der Eskalation. Die Polizei hatte den Aufzug nach wenigen Metern gestoppt und die Linksautonomen im Schwarzen Block aufgefordert, ihre Vermummung abzunehmen.

Ein Polizeisprecher betonte: "Eine Vermummung in einem Aufzug ist ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz und wird von uns nicht geduldet." Man habe versucht, den "Schwarzen Block" der Linksautonomen von den friedlichen Demonstranten zu trennen - dann hätte die Kundgebung fortgesetzt werden können. Dies sei aber nicht gelungen.

Die Veranstalter von "Welcome to hell" wiederum machen der Polizei Vorwürfe. Sie sei unverhältnismäßig vorgegangen. Noch während man Demonstranten aufgefordert habe, ihre Vermummung abzulegen, sei die Polizei bereits massiv gegen Protestierende vorgegangen.

Am Ende bleiben dutzende Verletzte - und die Aussicht auf eine unruhige Nacht.

Mehr zum Thema: Alle Entwicklungen in Hamburg im Live-Blog

Mit Material der dpa

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