Anti-G20-Protest in Hamburg: So ist die "Welcome to hell"-Demonstration eskaliert

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  • Bei der "Welcome to hell"-Demonstration in Hamburg ist es zu heftigen Ausschreitungen gekommen
  • Bilder zeigen, wie die Situation eskalierte

Nicht einmal 250 Meter ist der Demonstrationszug "Welcome to hell" gekommen. Dann hat die Polizei am Donnerstag in Hamburg den Schwarzen Block gestürmt, Wasserwerfer schossen in die Menge. Die Demonstranten bewarfen die Polizei mit Flaschen, Steinen und Böllern.

Rauch lag über den Straßen. Die Szenen glichen stellenweise einer Treibjagd.

Bilder zeigen, wie chaotisch die Situation in Hamburg war.

Um kurz vor 19 Uhr setzt sich der Demonstrationszug am Fischmarkt in Bewegung. Eigentlich sollte es erst um 19.30 Uhr losgehen.

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Nur wenige Meter kommt der Protestmarsch vorwärts. Dann stoppt die Polizei die Demonstranten und fordert den Schwarzen Block auf, ihre Vermummung abzulegen.

Hier ist der Protestmarsch auf der Hafenstraße kurz vor dem Stopp zu sehen.

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Die Demonstration wird angehalten. Die ersten Wasserwerfer fahren auf. Die Situation wird immer angespannter. Eine ganze Weile stehen sich der Block und die Polizei gegenüber, die Demonstranten beschimpfen die Beamten.

Gemäßigte Demonstranten versuchen, zu deeskalieren. Ein Ehepaar sucht hier etwa den Dialog mit Polizisten, die bereits ihr Visier am Helm heruntergeklappt haben.

Der Ehemann wird von seiner Frau zurückgezogen, um sich in Sicherheit zu bringen. Wenige Minuten später eskaliert die Situation.

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Die Polizei stürmt den schwarzen Block. Menschen versuchen, sich in Sicherheit zu bringen. Schutz gewährt der Elbdamm, einige Zuschauer ziehen Demonstranten nach oben.

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Auch die Wasserwerfer kommen bald zum Einsatz. Die Polizei rückt auf der Hafenstraße vor und versucht, den Raum dort zu räumen. Die Beamten haben ihre Plastikschilde erhoben, sie werden von Demonstranten mit Steinen attackiert.

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Die Polizisten schützen sich mit den Schilden vor den geworfenen Steinen und Flaschen - und müssen sich hier etwa in der Hafenstraße zurückziehen, so massiv ist der Beschuss.

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Auch vom Elbdamm werfen Demonstranten große Steine. Wasserwerfer wiederum nehmen die Menschen dort unter Beschuss. Als einige von der Mauer springen und die Polizei vorrückt, sind die Demonstranten eingekesselt. Sie nehmen Anlauf, um die zwei Meter hohe Mauer zu überwinden.

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Von den Landungsbrücken über dem Fischmarkt werden die Polizisten ebenfalls mit Steinen beworfen. Die Beamten stürmen schließlich das Plateau, schlagen mit Gummiknüppel auf Demonstranten ein und versuchen die Fläche zu räumen.

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Schließlich beruhigt sich die Lage etwas. Der Demonstrationszug versucht abermals, vorwärts zu marschieren. Der Schwarze Block versucht, durchzubrechen. Die Polizisten können den Vorstoß allerdings stoppen.

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Es waren beängstigende Szenen an diesem Donnerstag. Immer wieder gibt es Verfolgungsjagden zwischen Linksextremisten und der Polizei. Und immer wieder knallt es an einer anderen Ecke der Stadt.

Kurz vor Mitternacht zählt die Polizei in ihren Reihen mindestens 74 Verletzte. Genaue Zahlen über verletzte Demonstranten gibt es zunächst nicht.

Die Ausschreitungen am Hafen selbst dauern nur knapp eine halbe Stunde. Zurückbleiben Scherben, verlorene Schuhe, schwarze Mützen - und die Hoffnung, dass die Proteste beim G20-Gipfel friedlich verlaufen würden.

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(poc)

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