Star aus "Berlin - Tag und Nacht" droht G20-Randalierern - dann sinkt das Niveau

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JAN LEYK
"Berlin Tag und Nacht"-Star droht den Randalierern von den G20-Protesten - und seine Fans wollen Blut sehen | Getty Images
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  • "Berlin Tag und Nacht"-Star Jan Leyk hat auf Facebook zu Widerstand gegen den "Schwarzen Block" aufgerufen
  • Er will eine weiße Front bilden, die den Randalierern zeigt, was Gewalt ist
  • Seine Fans steigen voll auf den Vorschlag ein - und werden sogar noch extremer

"Galionsfigur der deutschen Unterschicht" hat Jan Böhmermann den aus "Berlin Tag und Nacht" bekannten Laiendarsteller Jan Leyk einmal genannt. Leyk schafft es nämlich nicht, in erster Linie durch seine schauspielerische Leistung aufzufallen. Leyk macht mit seinen wahnsinnigen Wut-Posts auf Facebook Krawall.

Natürlich konnte sich Leyk, der mittlerweile als DJ unterwegs ist, auch beim aktuell brandheißen Thema, dem G20-Gipfel in Hamburg, nicht zurückhalten - und hat wieder kräftig in die Tasten gehauen. Und - wie gewohnt - seiner Wut ohne eine Sekunde nachzudenken freie Bahn gelassen.

Dabei sah es dieses Mal so aus, als hätte Leyk sein Hirn benutzt.

Er zeigte Verständnis für die Proteste, rief zu friedlichen Demonstrationen auf, machte sich für die Polizei stark. Und das sogar ohne Fäkalsprache.

Der Grund? "Komische Eltern"

Doch: Wer schon ein Ende von Leyks dämlichen, mit krummen Vergleichen, Fäkalausdrücken und Beschimpfungen geschwängerten, zur Gewalt aufrufenden Posts vor Augen hatte, wurde schon einen Tag später bitter enttäuscht.

Am Freitag ließ Leyk seiner Wut gegenüber den "linken Pissgesichtern" freien Lauf und wartete mit einer Analyse auf, die sämtliche Psychologen alt aussehen lässt.

Denn Leyk, der ja eine Koryphäe auf dem Gebiet "moralischer Prinzipien" ist, die er den "linken Pissgesichtern" abspricht, hat auch den Grund für diese Moral gefunden: "Komische Eltern".

Das Recht auf Notwehr

So richtig zu Höchstform lief er dann nur eine Stunde später auf. In typischer Leykscher Manier mit zahlreichen Frage- und Ausrufezeichen postete er seinen großartigen Lösungsvorschlag für das Problem von gewalttätigen Protesten in die Welt hinaus.

Und der hat es in sich. Leyk will einen "weißen Block" bilden und den dem schwarzen gegenüberstellen - natürlich sollen die Weißen der Polizei unter die Arme greifen. Und er zeigt mit seinem Vorschlag "nen weisses Shirt" zu tragen nicht nur, dass er keine Ahnung von der deutschen Sprache hat.

Er beruft sich außerdem auf das "Recht auf Notwehr" - das natürlich nichts mit seinem Vorschlag zu tun hat. Im Endeffekt will Leyk Hass und Gewalt mit noch mehr Gewalt bekämpfen "und denen zeigen was es heißt, etwas kaputt zu machen." Sehr clever. Und bei all dem Verständnis auf die Wut der Randalierer: Es ist noch lange nicht das gleiche, Autos anzuzünden oder Menschen zusammenzuschlagen.

"Alle abknallen lassen"

So schockierend sich diese Vorschläge auch anhören: Noch viel schockierender ist es, dass Leyk unter seinen 1,2 Millionen Facebook-Followern sehr viele Gleichgesinnte hat.

Die wollen "alle abknallen lassen", "so lange auf die Schnauze hauen, bis die kapieren was gut ist" und "alle an die Wand stellen". Sie rufen die Polizei dazu auf "Gebrauch von der Schusswaffe zu machen".

Um fair zu bleiben: Nicht alle von Leyks Anhängern teilen seine Meinung. Auch Stimmen der Vernunft sind unter dem Post zu lesen. Es bringe nichts, Gewalt mit Gewalt zu bekämpfen - so der Tenor.

Dass Leyk in irgendeiner Art eine Vorbildfunktion für seine oft noch sehr junge Anhängerschaft hat, scheint der "Galionsfigur für die deutsche Unterschicht" nicht bewusst zu sein.

Mehr zum Thema: All wichtigen Informationen zum G20-Gipfel findet ihr in unserem Live-Blog

(pb)

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