Mit einem gewaltverherrlichenden Tweet sorgt Publizist Augstein für Empörung

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Mit einem gewaltverherrlichenden Tweet sorgt Publizist Augstein für Empörung | Getty
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  • Publizist Augstein hat mit einem Tweet zum G20-Gipfel wütende Reaktionen provoziert
  • Viele deuteten seine Worte als Gewaltaufruf

Hunderttausende G-20-Gegner haben sich derzeit in Hamburg versammelt. Einige tausend von ihnen versuchen, das Treffen der mächtigsten Staats- und Regierungschefs mit gewalttätigen Aktionen zu stören.

Dabei haben sie einen unerwarteten Fürsprecher: den Journalisten Jakob Augstein, Herausgeber des "Freitag“ und Kolumnist beim "Spiegel“.

Augstein twitterte am Donnerstagabend nämlich: "Der Preis muss so in die Höhe getrieben werden, dass niemand eine solche Konferenz ausrichten will. G20 wie Olympia als Sache von Diktaturen“.

Nicht wenige verstanden die Aussage Augsteins als einen Aufruf zu Gewalt und Vandalismus.

"Heute zum Frühstück schon ein Molotowcocktail getrunken?“, fragte Journalist Thomas Mayer.

Andere Nutzer warfen Augstein vor, einen "kaputten moralischen Kompass“ zu haben. Ein anderer Nutzer nannte den Publizisten einen "Brandstifter".

Augstein führte nicht weiter aus, wie er den Satz eigentlich verstanden wissen wollte. Doch es liegt nah, dass der Journalist möglichst viel Schaden sehen will, um künftige Gipfeltreffen dieser Art in Deutschland zu verhindern.

Augstein giftet gegen die Polizei

Denn es blieb nicht der einzige Tweet zum G20-Gipfel, mit dem Augstein provozierte. Zu den Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten fragte der Journalist: "Werden jetzt kasernierte Polizisten, die sich schon tagelang gelangweilt haben, auf Demonstranten losgelassen?“

Auch das sorgte für teils empörte Antworten.

Jens Spahn, CDU-Politiker und Staatssekretär im Finanzministerium, wollte Augsteins Kommentar so nicht stehen lassen. Der Tweet des Journalisten sei "ätzend wie immer", schrieb Spahn. Polizisten müssten jeden Tag ihren Kopf dafür hinhalten, dass "Typen wie Sie hier so n Zeugs (sic!) raushauen können".

In der ersten Nacht der Auseinandersetzungen wurden über 100 Polizisten verletzt. Auch mehrere Demonstranten wurden schwer verletzt.

Die Polizei steht in der Kritik, bei der "Welcome to Hell“-Demo am Donnerstag eine Eskalation provoziert zu haben. Augenzeugen schildern allerdings unterschiedliche Versionen des tatsächlichen Ablaufs der Geschehnisse.

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(ll)

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