Polizist über G20-Proteste: "Wir sind der Prellbock zwischen Politikern und Demonstranten" (LIVE-BLOG)

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HAMBURG
"Welcome to Hell"-Protest in Hamburg: Etwa 2000 Vermummte bringen sich in Position | Maximilian Marquardt / HuffPost
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4.00 Uhr: Demonstranten versuchen, sich neu zu organisieren

Die erste Demonstration des Gipfel-Freitags in Hamburg hat zunächst keinen großen Zulauf erhalten. Gut 30 Demonstranten versammelten sich ab 4.00 Uhr im Gängeviertel, um mit einer Straßenblockade "die letzte Stunde der Demokratie" zu zelebrieren.

Ihnen standen rund 50 Polizisten gegenüber. "Es war alles sehr entspannt", berichtete ein Beobachter. Um 5.59 Uhr muss das kleine Spektakel samt "irrsinnig lauter Technobeats" beendet sein, da um 6.00 Uhr das Versammlungsverbot in Kraft tritt.

3.18: Polizei meldet Zwischenfälle in St. Pauli

Demonstranten haben wieder die Aufmerksamkeit von Polizei und Feuerwehr auf sich gezogen. Wie die Polizei twitterte, würden an mehreren Stellen im Stadtteil St. Pauli Gegenstände und Unrat auf die Straße gezogen und angezündet.

1.30 Uhr: Hamburg Feuerwehr meldet: "Es hätte schlimmer kommen können"

"Es hätte schlimmer kommen können." Dieses Fazit zog am frühen Freitagmorgen gegen 1.30 Uhr ein Sprecher der Hamburger Feuerwehr. Bis kurz nach Mitternacht sei die Feuerwehr knapp 60 Mal zu Rettungseinsätzen gerufen worden.

Eine genaue Zahl der Verletzten konnte der Sprecher nicht geben. Es habe jedenfalls bis zu diesem Zeitpunkt keine sehr schweren oder gar lebensbedrohlichen Verletzungen gegeben.

1.17 Uhr: Lage beruhigt sich

Die Polizei Hamburg schreibt auf Twitter: "Die Lage beruhigt sich zusehends". Demnach werden kaum noch "Störungen durch Straftaten" gemeldet.

00.57 Uhr: Wie es in der Nacht weitergeht

Noch immer berichtet die Polizei von Sachbeschädigungen, noch immer seien Demonstranten unterwegs. Wer in der Nacht auf dem Laufenden bleiben will, kann "taz"-Journalist Martin Kaul durch Hamburg folgen. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter berichtet Kaul live aus den Straßen der Hafenstadt:

00.31 Uhr: Wieder heftige Auseinandersetzung bei zweiter Veranstaltung

Auch bei dem neu angemeldeten Demonstrationszug kommt es am späten Abend zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei. Randalierer werfen mit Pflastersteinen, Flaschen und Böllern, die Polizei setzt Wasserwerfer ein.

Die Kundgebung im Schanzenviertel ist nach Angaben der Polizei kurz vor Mitternacht für beendet erklärt worden. Zum Schluss hätten sich noch etwa 1000 Demonstranten im Bereich Altonaer Straße und Schulterblatt aufgehalten, sagte ein Sprecher.

Vor dem linksautonomen Kulturzentrum Rote Flora gab es ein Feuer. Mittlerweile seien die Brände gelöscht, berichtet die Polizei. Demonstranten hätten Fahrräder und andere Gegenstände angezündet. Teilweise seien die Flammen drei Meter hoch geschlagen, twitterte die Polizei

hamburg
Quelle: Reuters

23.10 Uhr: Eine Person laut Medienbericht lebensgefährlich verletzt

Ein Demonstrant befände sich in Lebensgefahr, berichtet der Fernsehsender N24. Er würde in einem Krankenhaus behandelt werden. Laut Angaben des Veranstalters seien zahlreiche Teilnehmer der Demonstration verletzt worden.

Die Polizei meldet unterdessen, dass 15 Beamte verletzt worden seien, drei davon würden im Krankenhaus behandelt werden.

22.00 Uhr: Polizei meldet sieben verletzte Beamte

Demonstranten haben Polizisten mit Steinen und Flaschen angegriffen. Nun meldet die Polizei: Nach bisherigen Erkenntnissen wurden sieben Polizeibeamte verletzt.

Auch diverse Einsatzfahrzeuge seien beschädigt worden.

21.59 Uhr: Zweiter Demonstrationszug startet friedlich

Ein neuer Demonstrationszug hat sich im Hamburger Stadtteil St. Pauli in Bewegung gesetzt. Eigentlich handele es sich um zwei Demos, eine schließe zur anderen auf, sagte ein Polizeisprecher. Es handele sich zusammen um rund 3500 Teilnehmer.

Nachdem der Veranstalter die massiv eskalierte "Welcome to Hell"-Demonstration für beendet erklärt hatte, hatte es zwischen Polizei und Aktivisten erfolgreiche Gespräche für eine neue Kundgebung gegeben.

21.30 Uhr: Augenzeuge: "Fühle mich nicht sicher - wegen der Polizei"

Wir haben mit einem Augenzeugen der Demonstration gesprochen. Er kritisiert das Vorgehen der Polizei: "Ich fühle mich nicht sicher - wegen der Polizei"

21.09 Uhr: Ausschreitungen in mehreren Stadtteilen

In mehreren Hamburger Stadtteilen ist es zu Ausschreitungen gekommen. In Altona und St. Pauli gebe es Angriffe auf Einsatzkräfte sowie Sachbeschädigungen, teilte ein Polizeisprecher mit.

21.06 Uhr: Polizei äußert sich nicht zu Festnahmen oder Verletzten

Die Polizei möchte keine Angaben zur Anzahl von Festnahmen machen. Zur Zahl von Verletzten lägen der Behörde noch keine Zahlen vor.

20.40 Uhr: Brennende Barrikaden auf der Straße

Die Hamburger Polizei fordert Teilnehmer der Demo und Schaulustige auf, sich von den gewaltbereiten Aktivisten fernzuhalten. Die Polizei twittert dazu ein Bild von brennenden Gegenständen auf der Straße.

20.25 Uhr: Anmelder der Demonstration erklärt diese für beendet

Laut der Polizei hat der Anmelder der "Welcome to hell"-Demonstration den Aufmarsch für beendet erklärt.

20.23 Uhr: Polizei meldet brennendes Auto

Noch immer beharken sich Polizisten und gewaltbereite Demonstranten. Auch ein brennendes Auto sei bereits auf der Straße gemeldet worden, berichtet die Hamburger Polizei.

20.12 Uhr: Polizisten mit Flaschen und Latten angegriffen

Polizisten seien von Demonstranten mit Latten und Flaschen angegriffen worden, berichtet die Hamburger Polizei auf Twitter.

Die Demonstration könne fortgesetzt werden, wenn die gewalttätigen Demonstranten sich von den friedlichen abgesetzt haben.

19.56 Uhr: Polizei geht massiv gegen Demonstranten vor

Die Polizei geht mit Wasserwerfern und Pfefferspray gegen die Demonstranten vor. Die Lage droht, zu eskalieren.

19.53 Uhr: Polizei räumt die Demo

Die Situation wird immer unübersichtlicher. Mehrere Böller wurden gezündet. Die Polizei räumt das Gelände.

19.43 Uhr: Schwarzer Block soll Vermummung ablegen

"Friedlicher Protest sieht anders aus", schreibt die Hamburger Polizei auf Twitter - und fordert etwa 1000 Demonstranten aus dem schwarzen Block auf, ihre Vermummung abzulegen.

Die Vermummten sollen sich auch mit Steinen bewaffnet haben.

18.30 Uhr: Polizei bringt Wasserwerfer in Stellung

Die Polizei hat drei Wasserwerfer an den Ort des Geschehens gefahren. Sie fordert die Demonstranten auf, sich den Polizisten nicht in den Weg zu stellen. Wer nicht aus dem Weg gehe, werde festgenommen, so die Ankündigung. Demonstranten beginnen, sich mit Gasmasken zu wappnen.

Die Polizei sagt durch, alle Unbeteiligten sollten schnell den Platz räumen. "Nun wird es ungemütlich" ist zu hören.

16.30 Uhr: "Passt auf euch auf", schreibt ein Demonstrant

Der schwarze Block hat sich inzwischen zwischen Fischmarkt und Landungsbrücken aufgebaut, etwa 2000 Leute. Etwa doppelt so viele Polizisten in voller Montur stehen ihnen gegenüber. "Passt auf euch auf", schreit ein Demonstrant. Es kreisen Hubschrauber über der Szenerie, es wirkt wie ein Hexenkessel.

16.00 Uhr: Am Nachmittag ist alles friedlich

Schon am Nachmittag haben wir bei der Kundgebung mit Aktivisten gesprochen. Auch der Linken-Politiker Jan von Aken war als Parlamentarischer Beobachter vor Ort. Bis dahin: alles friedlich.

Der Text wird laufend aktualisiert. Er enthält Material der dpa.

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(poc)

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