Polen organisiert jubelnde Massen für Trump – als der über Nazi-Deutschland spricht, rastet die Menge aus

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TRUMP
Trump sprach über Geschichte | dpa
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  • Zahlreiche Trump-Unterstützer haben den US-Präsidenten in Warschau gefeiert
  • Die Regierungspartei soll die jubelnde Menge mit Bussen angekarrt haben

US-Präsident Donald Trump hat in der polnischen Hauptstadt Warschau gesprochen – und wurde eifrig bejubelt. Immer wieder unterbrachen die Menschen den Präsidenten mit "Donald Trump“-Rufen.

Glaubt man übereinstimmenden Medienberichten, ist das allerdings kein Wunder: Die polnische Regierung hatte offenbar selbst dafür gesorgt, Trump-Unterstützer in Bussen in die Hauptstadt zu bringen. Jedes Mitglied der Regierungspartei PiS sei demnach aufgefordert worden, 50 Unterstützer zum Trump-Auftritt zu bringen.

Die Nachrichtenagentur AP berichtet, die polnische Regierung habe Trump dies im Vorfeld versprochen.

Trump bleibt nicht ganz bei der historischen Wahrheit

Offenbar hielt sie ihr Wort. Trump betonte mehrfach die gemeinsamen Werte der USA und Polens. Er erzählte die Geschichte des Warschauer Aufstands im Zweiten Weltkrieg – und appellierte so immer wieder an den Nationalstolz der Polen. Die dankten es dem Republikaner mit frenetischem Jubel.

Trump sprach so lange über den Kampf der Polen gegen Nazi-Deutschland, dass ein Twitter-Nutzer spottete: "Trumps Rede über den Warschauer Aufstand dauerte länger als der Warschauer Aufstand.“

Die "Washington Post“-Kolumnistin Anne Applebaum korrigierte die Aussage Trumps, "das Blut der Patrioten“ habe Polen gerettet. Der Aufstand war 1944 nach 63 Tagen niedergeschlagen worden, die Polen kapitulierten vor dem Nazi-Regime.

Dennoch erntete Trump viel Applaus für seine Geschichtsstunde in Warschau. "Gott schütze die polnischen Menschen“, rief Trump zum Ende seiner Rede.

Zuvor hatte er erklärt, der Westen werde "niemals zurückweichen“ vor den Gefahren des Terrorismus. Europa müsse jedoch mehr tun, um sich selbst zu verteidigen. Deshalb habe Trump immer dafür plädiert, dass alle Nato-Staaten ihren finanziellen Verpflichtungen nachkämen.

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(ll)

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