Besuch in Polen: Trump schimpft wieder über die Medien - und stellt dann eine absurde Frage

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DONALD TRUMP
Besuch in Polen: Trump schimpft wieder über die Medien - und stellt dann eine absurde Frage | Carlos Barria / Reuters
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  • Donald Trump hat sich in Polen mit Staatschef Andrzej Duda getroffen
  • Eigentlich sollte es um die Partnerschaft der beiden Länder und einen Waffendeal gehen
  • Doch Trump wetterte wieder einmal gegen die Medien - und stellte Duda eine unangebrachte Frage

Donald Trump kann besonders gut mit autoritären Herrschern. Kein Wunder, denken Männer wie Wladimir Putin oder der saudische König doch ähnlich über die für Trump so lästigen Medien.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Polens Staatschef Andrzej Duda wetterte Trump nun wieder einmal kräftig gegen die von ihm so verhassten US-Journalisten. Um dann seinem Amtskollegen eine vollkommen absurde Frage zu stellen.

"Wir wollen eine freie und ehrliche Presse"

In Fahrt gebracht hatte Trump eine Frage eines US-Reporters, der ihn auf den Sender CNN ansprach. Der US-Präsident hatte am Wochenende ein Video geteilt, in dem er eine Person mit dem CNN-Logo auf dem Kopf verprügelt.

Der US-Sender war in Folge in die Kritik geraten, weil er angeblich den Uploader des von Trump geteilten Videos unter Druck gesetzt haben soll.

"Was CNN getan hat, war ungünstig für sie", sagte Trump, "sie haben sehr ernste Probleme. Sie sind seit langer, langer Zeit Fake News." CNN gehe es sehr schlecht, sagte der US-Präsident - "und das, obwohl ich für sie mit meiner Sendung 'The Apprentice' ein Vermögen verdient habe."

"Was wir wollen, ist eine freie und ehrliche Presse", zeterte Trump. CNN aber produziere Fake News und sei "schlecht, sehr schlecht für unser Land."

Dann wendete sich Trump an Duda und fragte ihn beiläufig: "Haben Sie solche Probleme hier auch?" Dudas süffisantes, fast böses Lächeln ließ erahnen: Die hat er nicht.

Polen hat seine Medien im Griff

Denn Polen hat im letzten Jahr nicht nur die öffentlich-rechtlichen Rundfunksender auf Regierungskurs gezwungen, es will auch die Zeitungslandschaft gleichschalten lassen. Trumps Frage kam da fast einer Würdigung eines solchen Vorgehens gleich.

Schließlich sagte Duda im Anschluss an die Frage des US-Präsidenten: "Wir haben hier absolute Pressefreiheit und kein Problem. Die Vorgängerregierung, die hat die Presse unterdrückt. Jetzt ist alles gut, wir haben Pressefreiheit."

Ein groteskes Schauspiel, dass die Welt da in Polen zu sehen bekam: Zwei Männer, die die Medien verabscheuen, betonten, die Pressefreiheit zu lieben. Aber so ist es nun einmal, mit autoritären Herrschern - und solchen, die gerne welche wären.

Mehr zum Thema: Polen wird zu einem autoritären Staat - und Europa versagt dabei, die Entwicklung zu stoppen

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(lp)

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