Studie zeigt: Menstruationskappen können gefährliche Folgen für die Gesundheit haben

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MENSTRUATION
Französische Forscher warnen davor, die Menstruationskappe zu lange in der Vagina zu lassen. | iStock
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  • Viele Frauen verwenden Menstruationskappen als Alternative zu Tampons
  • Laut einer neuen Studie sind die Kappen allerdings nicht so harmlos wie gedacht
  • Zu lange getragen können sie gefährliche gesundheitliche Folgen haben

Menstruationstassen oder -kappen gibt es gerade überall zu kaufen. Die kleinen bunten Kappen gelten als willkommene Abwechslung zu Tampons.

Die Tassen aus medizinischem Silikon soll man im Gegensatz zu Tampons laut verschiedenen Herstellern bis zu zehn Stunden am Stück verwenden können. Viele Frauen greifen deshalb zu der Menstruationstasse, weil sie diese für die gesündere Alternative halten. Auch für die Umwelt sollen die Tassen besser sein, weil Trägerinnen durch den längeren Gebrauch auch weniger Müll produzieren.

Laut einer neuen Studie sind die Menstruationskappen allerdings nicht so harmlos wie bisher angenommen und sogar gesundheitsschädlich sein können.

Das Nationale Referenzzentrum für Staphylokokken im französischen Lyon (HCL) hat herausgefunden, dass die Menstruationskappen das Toxische Schocksyndrom, kurz TSS, auslösen können.

TSS als Krankheit

Bisher galten vor allem Tampons als Auslöser des Syndroms. TSS tritt zwar nur sehr selten auf, ist aber eine ernstzunehmende Erkrankung, die sogar in den Tod führen kann. Sie wird durch ein Bakteriengift ausgelöst, das den Organismus mit Giftstoffen überflutet.

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Vor allem in den den späten 1970ern und 1980er Jahren trat TSS vermehrt auf. Insbesondere in den USA wurden mehrere Todesfälle registriert. Grund dafür war der erste sogenannte “super-absorbierende” Tampon, der damals auf den Markt kam.

Er bestand vorwiegend aus synthetischem Polyester und nicht aus natürlichen Baumwollfasern. Und genau hier liegt das Problem: Denn durch die Verwendung von billigem Kunststoff kann es leichter zu TSS kommen als bei hochwertigen Produkten.

Immer wieder sterben junge Mädchen an den Folgen von TSS

Das Produkt wurde sofort vom Markt genommen und gerade in den USA die Aufklärung über TSS verstärkt. Auch in Europa findet man den Hinweis auf jeder Tamponpackung. Trotzdem erkranken immer wieder Frauen an TSS: Zuletzt starb eine 13-jährige im Jahr 2015 an der “Tamponkrankheit”.

Bisher galten die Menstruationstassen als ungefährlich und wurden gerade aufgrund ihrer einfachen Verwendung zu einer Art “Kassenschlager”. Doch Experten warnen.

“Das Problem ist, dass Menstruationskappen einen regelrechten Hype ausgelöst haben, es gibt auch immer öfter billige Hersteller und Trittbrettfahrer", sagt Bettina Steinbrugger vom österreichischen Unternehmen Erdbeerwoche, das nachhaltige Frauenhygiene herstellt. "Heutzutage kann man die Kappen bereits im Drogeriemarkt kaufen.”

Plastik als Gefahr

Das könne Frauen dazu verleiten, zu glauben, dass jede Menstruationskappe automatisch ein gesundes Produkt sei. Ganz unabhängig von Qualität, Material und der richtigen Handhabung.

Dass aber alle drei Aspekte gleichermaßen wichtig sind, um letztendlich keine negativen Auswirkungen auf die eigene Gesundheit zu haben, wird laut Steinbrugger oft ignoriert oder vergessen.

Nicht länger als sechs Stunden eingeführt lassen

In der kürzlich publizierten Studie aus Frankreich weisen die Forscher allerdings darauf hin, dass nicht das Material zu TSS führe, sondern, dass es mit Luftzufuhr und Sauerstoff zu tun hat, wodurch sich das Bakteriengift leichter bildet.

Auf Grund ihres größeren Durchmessers der Menstruationskappen können die Kappen laut Studie vermehrt zu TSS führen.

Experten raten, die Tassen nicht länger als sechs Stunden drinnen zu lassen und vor allem über Nacht eine Binde zu tragen. Dadurch wird das Risiko, an TSS zu erkranken, deutlich minimiert.

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(ame, lk)

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