Erdogan-Fan erklärt, wie der türkische Präsident Deutschland im Kampf gegen Rechts hilft

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MAISCHBERGER
Haluk Yildiz muss seit Wochen den türkischen Präsidenten Erdogan in Deutschlands Polit-Talkshows verteidigen. | "Maischberger"
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  • Bei "Maischberger" sprach sich der Erdogan-Anhänger Haluk Yildiz gegen ein Auftrittsverbot gegen den türkischen Präsidenten aus
  • Erdogan werde in Deutschland regelrecht "dämonisiert"
  • CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen machte hingegen klar: Es gibt kein Recht auf öffentliche Auftritte in Deutschland für Erdogan

Soll Erdogan in Deutschland sprechen dürfen? Kann es Meinungsfreiheit sein, einem Autokraten und Gegner des freien Wortes das Reden zu verbieten? In der ARD-Talkshow "Maischberger" war für den Erdogan-Fan Haluk Yildiz klar: Das Redeverbot für den türkischen Präsidenten ist falsch.

Der habe "durchaus ein Recht" zu seinen Anhängern in Deutschland sprechen zu dürfen. "Seine Reden in Deutschland sind immer sehr verbindend", betonte der deutsch-türkische Unternehmensberater.

Dass man ihm in Deutschland nun das Reden verbieten wolle, zeige vor allem: In Deutschland ist Wahlkampf. Die deutschen Politiker würden Erdogan regelrecht "dämonisieren".

Um dann auf dem Rücken dieser Dämonisierung nach Stimmen zu fischen, "auch am rechten Rand", sagte Yildiz.

Wer macht hier Innenpolitik?

Dass jetzt etwa auch Außenminister Sigmar Gabriel dafür plädiere, Erdogan im Rahmen des G20-Gipfels nicht auftreten zu lassen, sei genau das: Deutschland wenige Wochen vor den Bundestagswahlen, Deutschland im Wahlkampf.

Dem türkischen Präsidenten sei das klar, so Yildiz. Und: Erdogan solle sich dem nicht beugen. Dann lieferte der Erdogan-Anhänger gar eine Erklärung dafür, warum der türkische Staatspräsident Deutschland gegen die Gefahr von Rechts helfen könnte.

Würde Erdogan von sich aus darauf verzichten, auf deutschem Boden vor seine Anhänger zu treten, helfe er so auch, dass rechte Parteien keine weiteren Stimmen gewinnen würden.

Yildiz wollte wohl den Boden dafür ebnen, dass Erdogan schlussendlich klein beigeben muss, ohne sein Gesicht zu verlieren.

Norbert Röttgen will keine Erdogan-Reden

CDU-Norbert Röttgen stellte klar: "Erdogan hat kein Grundrecht als Staatsoberhaupt". Denn die Grundrechte seien dafür da, dass die Bürger ihrem Staat die Meinung klar sagen könnten - und nicht umgekehrt. "Wenn man das in der Türkei macht und Herrn Erdogan kritisiert, dann kommt man ins Gefängnis."

Erdogan wolle schlicht Innenpolitik für seine eigenen Wähler machen - auf den Bühnen Deutschlands. Das gehe nicht, das sei nicht durch die Meinungsfreiheit geschützt, sagte Röttgen. Yildiz entgegnete: "Das stimmt doch nicht."

Yildiz verteidigt Erdogan - aber oft nicht mit Erfolg

Wie er das belegen will, blieb Yildiz den Zuschauern allerdings schuldig. Moderatorin Sandra Maischberger hakte nicht nach, stellte Yildiz nicht zur Rede.

Röttgen ließ sich durch den Yildiz-Zwischenruf nicht von seinem Plädoyer abhalten: "Erdogan schafft Unfrieden, er spaltet, er schafft die Demokratie ab, er schafft den Rechtsstaat ab, er führt einen militärischen Kampf gegen die Kurden in der Türkei und jenseits der Türkei".

Jemanden wie Erdogan dürfe man in Deutschland keine Plattform geben. "Und ein Recht hat er sowieso nicht!"

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(mf)