Diplomatischer Eklat: Deutscher bei Menschenrechts-Workshop in der Türkei festgenommen

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ISTANBUL POLICE
Polizeibeamte in Istanbul (Archivbild) | Murad Sezer / Reuters
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  • Die Polizei in Istanbul hat mehrere Menschenrechlter festgenommen
  • Unter ihnen ist auch ein Deutscher
  • Den Gefangenen soll der Zugang zu Anwälten verweigert worden sein

Die Polizei hat bei einem Workshop für Menschenrechtler in Istanbul elf Menschen festgenommen, darunter einen Deutschen.

Wie Amnesty International (AI) am Donnerstag mitteilte, handelt es sich bei den Festgenommenen um die Direktorin der türkischen AI-Sektion, Idil Eser, sieben weitere Menschenrechtler, den Direktor des Hotels, in dem der Workshop stattfand, sowie einen Deutschen und einen schwedischen Staatsbürger, die beide als Referenten eingeladen worden waren.

Festgenommen soll Zugang zu Anwälten verwehrt worden sein

Wie der türkische Menschenrechtsverein (IHD) und mehrere Medien übereinstimmend berichteten, führte die Polizei die Aktivisten am Mittwoch auf der Istanbul vorgelagerten Insel Büyükada ab. Thema der Konferenz war nach Angabven von AI "Digitale Sicherheit und Informationsmanagement".

Der IHD teilte mit, er habe nur durch Zufall von den Festnahmen erfahren. Die Familien der Aktivisten seien nicht informiert worden. AI zufolge wurde den Festgenommenen zunächst der Zugang zu Anwälten verwehrt.

Amnesty International fordert G20-Teilnehmer zu Appell an Erdogan auf

Anfang Juni war bereits der Leiter von AI-Türkei zusammen mit einem Dutzend weiterer Anwälte in Untersuchungshaft genommen worden. Nach dem Putschversuch vom Juli 2016 war in der Türkei der Notstand ausgerufen worden. In der Folge wurden mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen geschlossen.

AI-Generalsekretär Salil Shetty appellierte an die Teilnehmer des G20-Gipfels, den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Hamburg aufzufordern, alle Menschenrechtsverteidiger freizulassen.

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(mf)