Frankreich will bis 2040 den Verkauf von Verbrennungsmotoren stoppen

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HULOT
Frankreich will bis 2040 den Verkauf von Verbrennungsmotoren stoppen | Charles Platiau / Reuters
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  • Die französische Regierung will den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren bis 2040 stoppen
  • Bis 2050 will das Land CO2-neutral werden

Für den Klimaschutz will Frankreich bis zum Jahr 2040 den Verkauf von Benzin- und Dieselautos verbieten. Das sagte der französische Umweltminister Nicolas Hulot bei der Vorstellung des Klimaplans seiner Regierung.

Nach der Abkehr der USA vom Pariser Klimaabkommen will Frankreich die eigenen Klimaschutzziele verschärfen, das Land soll bis 2050 CO2-neutral werden. Das bedeutet, dass nur so viel klimaschädliches CO2 ausgestoßen wird, wie etwa durch Wälder und Speichertechniken aus der Atmosphäre geholt werden kann.

Bislang sieht das französische Energiewendegesetz bis 2050 eine Verringerung der Emission um 75 Prozent gegenüber 1990 vor.

Die Lösungen seien da

Wie im Wahlprogramm von Präsident Emmanuel Macron angekündigt, sollen bis 2022 die verbliebenen Kohlekraftwerke in Frankreich geschlossen werden. Die Regierung will Geringverdiener mit einer Prämie unterstützen, um alte Autos gegen neue, saubere Modelle auszutauschen. Die Besteuerung von Diesel und Benzin soll angeglichen werden - bislang gibt es einen Steuervorteil für Diesel-Treibstoff.

Hulot sagte, der Abschied vom Verbrennungsmotor sei ein "schweres Ziel", doch die Lösungen seien da. Offen blieb, wie Frankreich die Vorgabe erreichen will.

Norwegen, Holland und Indien planen den Abschied vom Verbrennungmotor

Mit seinem Vorhaben steht Frankreich nicht alleine da. So haben bereits die Niederlande und Norwegen eine Abkehr vom Verbrennungsmotor bis 2025 verkündet. Indien plant, schon ab 2030 nur noch Elektroautos neu zuzulassen.

Doch auch immer mehr Unternehmen verschreiben sich dem Abschied vom Verbrennungsmotor - und nennen konkrete Zeiträume.

So gab am Mittwoch der schwedische Autohersteller Volvo das Ende des ausschließlich vom Verbrennungsmotor angetriebenen Autos bis 2019 bekannt. Man wolle von da an neue Modelle entweder mit einem Elektromotor oder einem Hybridsystem anbieten, so Volvo-CEO Hakan Samuelsson.

Die deutschen Grünen loben Frankreich

In Deutschland ist eine Einigung noch nicht absehbar. Zwar haben die Grünen ein Ende des Verbrennungsmotors für das Jahr 2030 datiert, doch intern ist dieses Datum mehr als strittig. So wurde kürzlich ein heimlich gefilmtes Video veröffentlicht, in dem Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Jahreszahl 2030 als “Schwachsinnstermin” bezeichnete.

Grünen-Fraktionschef lobte den Vorstoß der Franzosen. "Die französische Regierung beweist Entschlossenheit und Weitblick. Für die französische Autoindustrie ist das ein deutliches Signal, was der hiesigen Industrie noch immer fehlt." Die Bundesregierung solle dem Grünen-Vorschlag folgen, ab 2030 nur noch abgasfreie Autos neu zuzulassen.

Bei Umweltschützern stieß der Plan der französischen Regierung auf ein geteiltes Echo. Greenpeace kritisierte, es fehle an konkreten Maßnahmen: "Unsere Erwartungen sind nicht erfüllt, was die Art angeht, wie die Ziele erreicht und die teils ehrgeizigen Versprechen eingehalten werden sollen", teilte die Organisation mit.

WWF-Frankreich-Chef Pascal Canfin äußerte sich positiv: "Frankreich beschleunigt, und das ist eine gute Nachricht."

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