Erdogan gibt der "Zeit" ein kontroverses Interview – sein Berater mischt sich ständig ein

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  • Erdogan gibt der "Zeit" ein Interview
  • Aber sein Berater gibt die Antworten vor
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Im Vorfeld des G20-Gipfels hat Recep Tayyip Erdogan der "Zeit" ein langes Interview gegeben. Seine Aussagen schlagen hohe Wellen. Unter anderem sagt der türkische Präsident, durch das ihm erteilte Redeverbot begehe Deutschland "Selbstmord".

Interessant sind auch die Umstände des Interviews, welches "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo mit Erdogan in dessen Amtssitz in Istanbul geführt hat. Der Journalist beschreibt, dass das Gespräch von der türkischen Seite mit einer Kamera aufgezeichnet worden sei. "Für das amtliche Archiv", wie ihnen zur Begründung mitgeteilt worden.

Karten mit Stichwörtern

Erdogan selber habe während des Interviews ständig Unterstützung von seinem Medienberater bekommen, schreibt di Lorenzo. Der Mann habe seinem Chef immer wieder Karten mit Stichwörtern hingehalten. Von diesen hat Erdogan offensichtlich auch Gebrauch gemacht.

So etwa, als es um Erdogans Ruf als Diktator in der deutschen Öffentlichkeit geht. Der Journalist hält Erdogan unter anderem vor, in der Türkei seien so viele Journalisten wie in keinem anderen Land der Welt inhaftiert.

Passt nicht zum Erdogan-Bild

Erdogan weist diese Vorwürfe als "falsch" zurück und greift dann laut "Zeit" nach einigen der dicht beschriebenen Karteikarten.

 

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