Linksextreme wütet bei "Dunja Hayali" gegen den Staat – bis ihr endlich jemand ins Wort fällt

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G20
Linksextreme wütet bei "Dunja Hayali" gegen den Staat – bis ihr endlich jemand ins Wort fällt | Screenshot / ZDF
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  • Die Sprecherin der Interventionalistischen Linken durfte bei Dunja Hayali über den G-20-Protest referieren
  • Von Gewalt distanzierte sie sich nicht
  • Der ehemalige Innenminister Otto Schily fiel ihr irgendwann ins Wort

"Willkommen in der Hölle“: Die Gegner des G20-Gipfels in Hamburg haben angekündigt, für Chaos und Unruhe zu sorgen. Sie protestieren gegen das Zusammenkommen der mächtigsten Staatschefs der Welt.

Neben feministischen, antikapitalistischen und kommunistischen Aktivisten treten dabei aber auch militante Gruppen auf, die vor Gewalt nicht zurückschrecken und den Staat als solchen ablehnen.

In Dunja Hayalis gleichnamiger ZDF-Talkshow sollte die Sprecherin der Interventionistischen Linken, einer vom Verfassungsschutz beobachteten linksradikalen Gruppe erklären, um was es ihren Leuten eigentlich geht. Der Auftritt sorgte für Empörung. Denn die 30-jährige Emily Laquer tat sich schwer, sich von Gewalt zu distanzieren.

Sie attackierte bereits mit ihren ersten Sätzen die Polizei. Diese habe in Hamburg "den Boden des Rechtsstaates verlassen“.

"Die Polizei in Hamburg ist auf Krawall gebürstet – und irgendwer muss sie stoppen“, sagte Laquer, die die Blockade des Protest-Camps in Entenwerder durch Beamte verfassungswidrig nannte.

Moderatorin Hayali wollte das nicht abstreiten. Die Reaktion vieler Linker aber stellte sie infrage. "Muss man darauf mit Gewalt antworten?“, tastete Hayali nach.

Laquer: "Warum regen sich die Leute auf?"

Die Aktivistin wich aus. Ihrer Meinung nach säße die Gewalt "in den Messehallen“. "Donald Trump, der die Mutter aller Bomben wirft, Erdogan, mit seinem Krieg gegen die Kurden“, fing sie an.

Eine Distanzierung von möglichen Angriffen auf Polizisten sparte sie aus. "Warum regen sich die Leute über eine brennende Mülltonne auf“, wollte sie wissen.

Dass auch die Interventionistische Linke Berichten zufolge immer wieder als Teil des schwarzen Blocks mit Gegenständen und Feuerwerk auf Polizisten losgeht, verschwieg Laquer eisern.

Die "Welt“ sah darin einen TV-Skandal. "Die Debatte lohnt darüber, ob politische Außenseiter wie Laquer ins Fernsehen eingeladen werden sollten. Welchen Mehrwert hat das für Zuschauer?“, kommentierte die Zeitung. Doch, das muss man Hayali zugute heißen, auch der Gegenrede ließ sie Raum.

Der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily etwa wies die Demonstrantin in die Schranken. "Wenn die Abgrenzung zur Gewalt nicht stattfindet, dann wird es gefährlich“, brachte Schily das Problem der radikalen Gruppen auf den Punkt.

Mehrmals wollte die ZDF-Moderatorin ebendiese Distanzierung von der Linken einfordern. Fast wirkte es so, als wolle Hayali der Aktivistin helfen, sich in ein besseres Licht zu rücken. Doch die blieb unversöhnlich: Die Eskalation gehe nicht von Aktionen der Linken aus.

Laquers Argumentation bleib dabei erwartbar. Polizeigewalt, Ausnahmezustand, die Bösen da oben. Die "Welt“ kommentierte spitz: "Dass deutsche Polizisten aber brutale Schlägertypen sind, die nur darauf warten, Demonstranten zu vermöbeln, ist eine Mär der linksextremen Szene.“

Schily wird nur kurz aufbrausend

Auch Schily, der einst selbst RAF-Mitglieder als Rechtsanwalt verteidigt hatte, konnte mit der extremen Rhetorik seiner Gegenüber wenig anfangen. Als die sich wieder in einem Monolog über die Hoffnungslosigkeit des Gipfeltreffens verlor, fuhr er ihr in die Parade: "Was wollen Sie eigentlich?“

Doch Laquer wollte sich vom ehemaligen Bundesinnenminister ohnehin nichts sagen lassen: "Die Sticker gegen ihre Politik hingen schon bei mir auf dem Schulklo, als ich noch zur Schule gegangen bin.“

Der SPD-Mann blieb fast stoisch, zitierte Humboldt: "Wenn wir Freiheit haben wollen, brauchen wir auch Sicherheit.“

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(jg)

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