Wenige Stunden bevor Merkel auf Trump trifft, kritisiert die Bundeskanzlerin die US-Handelspolitik scharf

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MERKEL TRUMP
Merkel und Trump werden sich im Vorfeld des G20-Gipfels treffen. | Sean Gallup via Getty Images
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  • Angela Merkel kritisiert die US-Regierung scharf für ihre Handelspolitik
  • Die Globalisierung schaffe nicht nur Gewinner und Verlierer
  • Die Bundeskanzlerin bekräftigte, gerade jetzt seien internationale Treffen wie der G20-Gipfel wichtig

Angela Merkel wird am G20-Gipfel auch auf Donald Trump treffen. Dass die deutsche Kanzlerin und der US-Präsident in vielen Punkten nicht dieselbe Meinung vertreten, dürfte klar sein. Nun kritisiert Merkel aber die Sicht der US-Regierung auf die Globalisierung in einem Interview mit der Zeitung "Die Zeit" offen.

"Während wir Möglichkeiten der Zusammenarbeit zum allseitigen Nutzen suchen, wird die Globalisierung in der amerikanischen Administration eher als ein Prozess gesehen, in dem es nicht um Win-win-Situationen, sondern um Gewinner und Verlierer geht", sagte Merkel der Zeitung.

Politik für alle statt Gladiatorenkampf

Die Aussage des Sicherheitsberaters von Donald Trump, dass die Welt eine Arena sei und keine globale Gemeinschaft, widerspräche völlig ihrer Sicht: "Wir wollen nicht, dass nur wenige von wirtschaftlichen Fortschritten profitieren. Alle sollen teilhaben.“

Die Kanzlerin machte im Interview klar: Die amerikanische Regierung sieht sich nicht mehr als Ordnungsmacht für alle Regionen der Welt. Isolationismus statt Internationalismus sei die neue Devise auf der anderen Seite des Atlantiks.

Aufruf zu europäischer Einigkeit

Doch: Das könne man je nach Thema sowohl als gute wie auch als weniger gute Nachricht empfinden, so die Bundeskanzlerin.

Stattdessen will Merkel, dass die europäischen Länder wieder mehr zusammenrücken und am G20-Gipfel gemeinsam auftreten. "Es ist wahr, die Weltordnung ist im Wandel, und die Kräfteverhältnisse verschieben sich."

Doch der G20-Gipfel habe weiterhin seinen Wert, gerade "in einer Zeit, in der viel Sprachlosigkeit herrscht", so Merkel.

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(jg)

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