Trump redet nicht nur abfällig über Frauen - er bezahlt sie auch dreimal so schlecht wie Obama

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DONALD TRUMP
Trump redet nicht nur abfällig über Frauen - er bezahlt sie auch dreimal so schlecht wie Obama | Jim Bourg / Reuters
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  • Der Lohnunterschied bei den Frauen und Männern, die im Weißen Haus arbeiten, ist unter Donald Trump mehr als drei mal so hoch wie unter Obama
  • Die Lücke ist auch mehr als doppelt so groß wie der US-Durchschnitt bei der Lohnungerechtigkeit
  • Damit zeigt der US-Präsident einmal mehr, was er von Frauen hält

Als Feministen kann man US-Präsident Donald Trump sicherlich nicht bezeichnen. Eine Analyse des konservativen US-Think-Tanks American Enterprise Instituts zeigt jetzt, dass sich die "Grab her Pussy"-Attitüde des mächtigsten Mannes der Welt auch in der Bezahlung seiner Angestellten im Weißen Haus niederschlägt.

Denn die "Pay Gap", also die Lücke zwischen dem Gehalt der Männer und dem der Frauen, hat sich unter Trump mehr als verdreifacht.

Gerade einmal 63 Cent für den Dollar

Das heißt: Für jeden Dollar, den ein männlicher Angestellter des Weißen Hauses verdient, bekommt eine weibliche Angestellte nur 63,2 Cents.

Aber nicht nur im Vergleich mit den Vorjahren im Weißen Haus ist der Gehaltsunterschied riesig. Er ist mit 37 Prozent auch mehr als doppelt so hoch, wie die in den USA durchschnittlichen 17 Prozent.

Unter Trumps Vorgänger Barack Obama lag der Gehaltsunterschied von Männern und Frauen noch bei elf Prozent.

Der Ökonom Mark Perry, der die Berechnungen für den Think Tank durchführte, bezog für die Untersuchung die Gehälter fast aller Angestellten ein. Drei Angestellte, darunter Trumps Tochter Ivanka und deren Mann Jared Kushner, wurden nicht berücksichtigt, da sie keine Gehälter bekommen.

Trump nahm Obamas Reformen zurück

Laut Perry liegt der eklatante Unterschied der Gehälter auch daran, dass 74 Prozent der am höchsten bezahlten Mitarbeiter Männer sind. Im Vergleich: In Obamas Weißem Haus waren das nur 52 Prozent.

Obama war sich der Lohn-Benachteiligung von Frauen bewusst. Und unternahm etwas dagegen. Er unterschrieb den Lilly Ledbetter Fair Pay Act, der es Arbeitnehmern leichter machen sollte, wegen Gehaltsdiskriminierung zu klagen. Außerdem kündigte er neue Regelungen an, die große Konzerne dazu verpflichten sollten, ihre Löhne nach Geschlecht und Hautfarbe offenzulegen.

Was Trump davon gehalten hat, wurde recht schnell klar: Relativ unbemerkt von der Öffentlichkeit hat er die Reformen seines Vorgängers zurückgenommen.

Trumps Tochter Ivanka setzt sich zwar offiziell für Frauen und eine gleiche Bezahlung ein - bis zu ihrem Vater scheint sie mit ihren halbherzigen Forderungen aber nicht durchzudringen.

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(poc)

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