Nordkorea droht nach Raketentest: "Amerikanische Bastarde" müssen mit weiteren "Geschenken" rechnen

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  • Die von Nordkorea abgefeuerte Rakete könnte in Zukunft Ziele im US-Bundesstaat Alaska erreichen
  • Die USA bestätigten am Dienstag, es habe sich um eine Interkontinentalrakete gehandelt
  • Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un machte sich derweil über die Amerikaner lustig
  • Die wichtigsten Infos des Textes seht ihr zusammengefasst auch im Video oben

Nordkoreas Diktator Kim Jong-Un sorgt mit seinem Raketentest weltweit für Entsetzen - und macht sich nun über die USA lustig. So soll Kim den jüngsten Raketenstart als "Geschenk für die amerikanischen Bastarde" für deren Unabhängigkeitsfeierlichkeiten am vierten Juli bezeichnet haben.

Und Kim lässt nicht locker, droht weiter: Eine durch den nordkoreanischen Staat kontrollierte Nachrichtenagentur zitiert den Machthaber mit den Worten: "Wir sollten ihnen immer mal wieder solche Geschenke schicken, damit ihnen nicht langweilig wird."

"Junge" versetzt die Welt in Schrecken

Die Nachrichtenagentur berichtete zudem, Kim habe jeden Schritt des Raketenabschusses persönlich verfolgt, das Geschoss gar als "gut aussehenden Jungen" bezeichnet.

Im nordkoreanischen Fernsehen hieß es über den Test: "Unsere Interkontinentalrakete kann jeden Ort der Welt erreichen. Wir können der nuklearen Bedrohung Amerikas ein Ende setzen und Frieden auf die koreanische Halbinsel bringen."

Als Interkontinentalraketen gelten Raketen mit einer Reichweite von mehr als 5500 Kilometern. Sie können mit Atomsprengköpfen bewaffnet werden und folgen nach Verlassen der Erdatmosphäre einer ballistischen Flugbahn.

Das Schreckens-Regime der Kim-Dynastie behauptet, die jüngst abgefeuerte Rakete könne Ziele in der Distanz von bis zu 6.700 Kilometern erreichen. Stimmen die Angaben, könnte Nordkorea also etwa Australien oder gar den amerikanischen Bundesstaat Alaska angreifen.

Das würde bedeuten, dass Pjöngjang nun zum ersten Mal in der Geschichte in der Lage wäre, Raketen bis in die USA zu schießen.

Mögliche Gefahr durch einen atomaren Sprengkopf

Ob es dem Land auch gelingen würde, die Rakete mit einem nuklearen Gefechtskopf auszurüsten, ist unklar. Dieser müsste genügend geschützt sein, dass er beim Wiedereintritt der Rakete in die Erdatmosphäre durch die dabei entstehende Hitze nicht beschädigt würde.

Am Dienstag bestätigte der US-Außenminister Rex Tillerson dann, beim von Nordkorea abgefeuerten Geschoss habe es sich um eine Interkontinentalrakete gehandelt. Tillerson verurteilte den Raketenstart.

Als Antwort auf die nordkoreanische Provokation führten die USA sowie deren Verbündete Südkorea Militärübungen östlich der Küste Südkoreas durch. Dabei wurden von den beiden Armeen Raketen abgefeuert, hieß es in einer Mitteilung. Das US-Militär, das auch Videos von der Übung verbreitete, sprach von einer Antwort auf Nordkoreas "destabilisierendes und ungesetzliches" Verhalten.

Der Raketentest stelle "eine neue Eskalation der Bedrohung" dar für die Vereinigten Staaten, deren Verbündete und Partner, sowie für die Region und die ganze Welt, teilte das US-Außenministerium mit. Für Mittwochnachmittag (Ortszeit) beantragten die USA eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York.

Provokation kurz vor "Independence Day"

Analysten argumentieren, Nordkorea habe das Datum des jüngsten Raketenstarts bewusst so gewählt, dass er von den USA als weitere Provokation aufgefasst werden muss. Denn am 4. Juli feiern die Amerikaner den Unabhängigkeitstag, das wichtigste Fest des Landes.

Zudem ist es für viele auch kein Zufall, dass Nordkorea wenige Tage vor dem G20-Gipfel in Hamburg die nächste Eskalationsstufe zündet. Auf dem Gipfel werden die wichtigsten Staats- und Regierungschefs der Welt zusammenfinden - und unter anderem auch über das nordkoreanische Nuklear- und Raketenprogramm beraten.

Und Nordkoreas Diktator Kim hat nun klar gezeigt: Er lässt sich nichts diktieren - schon gar nicht von den verhassten Amerikanern.

Mehr zum Thema: Nordkorea: Zwei Aussagen von Donald Trump und Südkoreas Präsident zeigen, wie unterschiedlich sie den Konflikt bewerten

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(jg)

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