Eine "Bild" für Rechtspopulisten: AfD-Unterstützer wollen diesen Monat eine Wochenzeitung auf den Markt bringen

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Ein AfD-naher Verein soll den "Deutschland-Kurier" herausgeben wollen. | Fabian Bimmer / Reuters
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  • Ein AfD-naher Verein will eine Wochenzeitung auf den Markt bringen
  • Der "Deutschland-Kurier" soll zuerst in Berlin erhältlich sein
  • Der Verein erhält Unterstützung eines Werbers aus der Schweiz, der bereits für andere Rechtspopulisten eine Zeitung schuf

AfD-Unterstützer wollen eine Wochenzeitung für Deutschland herausbringen - mit Schweizer Hilfe. Das Blatt soll "Deutschland-Kurier" heißen und eine Auflage von 200.000 Exemplaren haben. Das Ziel der Publikation: Eine Art "Bild" für AfD-Wähler.

Hinter dem Vorhaben soll der "Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten" stehen, berichtet die Schweizer Zeitung "NZZ am Sonntag". Dieser steht der AfD nahe.

Jede Ausgabe des "Deutschland-Kuriers" soll 30 Cent kosten, Abonnenten erhalten die Zeitung aber vorerst kostenlos. Die Wochenzeitung soll zuerst in Berlin auf den Markt kommen, schreibt die "NZZ am Sonntag". Danach sollen weitere bevölkerungsreiche Gebiete Deutschlands wie München, Stuttgart und das Ruhrgebiet folgen.

Erste Ausgaben des "Deutschland-Kuriers" schon diesen Juli

Mit Peter Bartels hat der "Deutschland-Kurier" bereits einen ersten bekannten Autoren gewonnen. Der ehemalige Chefredakteur der "Bild"-Zeitung bestätigte auf Anfrage der "Süddeutschen Zeitung", er werde für den "Deutschland-Kurier" in Zukunft eine Kolumne schreiben.

Bereits diesen Juli könnte die erste Ausgabe des "Deutschland-Kuriers" gedruckt werden, vorausgesetzt, der Verein entscheidet sich tatsächlich dafür, die Wochenzeitung auf den Markt zu bringen, was derzeit noch nicht entschieden sei, so die "NZZ am Sonntag".

"Swiss-Connection" bei der AfD-Zeitung

Die Rechtspopulisten erhalten bei ihrem neuesten Projekt Unterstützung aus der Schweiz. Alexander Segert von der Schweizer Werbeagentur "Goal" hatte bereits zuvor eine Gratiszeitung für die Schweizer Volkspartei (SVP) gestaltet.

Das "Extrablatt" mit allerhand Ressentiments gegen Einwanderung, die EU, Asylbewerber und die Linken erhielten Schweizer Haushalte in den Briefkasten geliefert - ob sie das wollten oder nicht.

extrablatt

Jetzt soll Segert beim "Deutschland-Kurier" ans Werk gehen, schreibt die "NZZ". Und wahrscheinlich, so kennt man es zumindest vom "Extrablatt", mit harten Schlagzeilen, tendenziösen "Info-Grafiken" und einseitigen Interviews für Stimmung unter Rechten sorgen.

Mit Blick auf die Bundestagswahlen - und die Fünf-Prozent-Hürde

Die mutmaßliche Absicht des AfD-nahen Vereins mit der Publikation: Vor den Bundestagswahlen eine eigene Zeitung auf den Markt bringen, welche die AfD-Weltsicht ungefiltert und fernab der "Lügenpresse" unters "Volk" bringt.

Und so dagegen kämpfen, was der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry und ihren Leuten derzeit wohl den Schlaf raubt: Das Absacken der Partei in den Umfragen. Der einst erfolgreichen Protestpartei droht nun gar, dass sie den Einzug in den Bundestag verpasst.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

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(jg)

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