CDU-Generalsekretär Tauber stößt mit nur einem Tweet alle Minijobber vor den Kopf

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  • Der CDU-Generalsekretär Peter Tauber zieht mit einem frechen Tweet Kritik auf sich
  • Der Politiker wirft Leuten mit Minijobs vor, sie hätten nichts "Ordentliches" gelernt
  • Auf Twitter reagierten die Nutzer mit Spott und Empörung auf Taubers Spruch
  • Die wichtigsten Infos des Textes seht ihr zusammengefasst auch im Video oben

Die Union verspricht, mit ihrem Programm zur Bundestagswahl bis spätestens 2025 die Arbeitslosigkeit aus Deutschland zu verbannen. "Vollbeschäftigung" statt "Gerechtigkeit" heißt das Motto.

Auch CDU-Generalsekretär Peter Tauber steht hinter der Devise. Auf Twitter teilte er einen Artikel der Zeitung "Die Welt" zum Parteiprogramm der Union. Einige Zeit später fragte ihn ein Twitter-Nutzer: "Heißt das jetzt 3 Minijobs für mich?"

Denn, wie der Nutzer richtigerweise andeutete, kann man "vollbeschäftigt" sein - und trotzdem kaum über die Runden kommen.

Tauber hält nichts von Minijobs

Darauf antwortete Tauber lapidar: "Wenn Sie was ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs."

Was "etwas Ordentliches gelernt haben" für Tauber wohl bedeutet, wird klar, wenn man sich mit seiner Biografie beschäftigt. Tauber studierte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, schloss 2000 mit Magister ab.

Der Historiker arbeitete ab 2004 an einer Dissertation am Historischen Seminar der gleichen Universität. In seiner Abschlussarbeit widmete er sich der ge­sell­schaft­li­chen Stel­lung und ideo­lo­gi­schen Funk­tio­na­li­sie­rung des Sports im Deut­schen Kai­ser­reich.

Experte für Turngeschichte

Der Historiker beherrscht die Sprachen Englisch und Latein und veröffentlichte über 20 wissenschaftliche und populäre Publikationen zur Regionalgeschichte, Turn- und Sportgeschichte sowie zur Zeitgeschichte, heißt es auf seiner Webseite.

Tauber ist klar kein "Minijobber" und hat "was Ordentliches" gelernt. Ihm geht es besser, als den gut 2,5 Millionen Menschen in Deutschland, die versuchen, mit Minijobs über die Runden zu kommen.

Spott auf Twitter

Auf Twitter musste sich Tauber dann aber allerhand Kritik für seinen Post gefallen lassen. Niema Movassat, Bundestagsabgeordneter der Linken, schrieb, so entlarve die CDU sich selbst. Und das werde sich hoffentlich am Wahltag rächen:

Ein Twitter-Nutzer empörte sich mit einem drastischen Vergleich über Taubers Äußerung: "Empathisch wie ein Fleischerbeil".

Eine andere Nutzerin wies darauf hin, dass auch bei Vollbeschäftigung längst nicht alle von ihrem Job oder ihren Jobs leben könnten:

Zahlreiche Menschen machten sich darüber lustig, dass einige Taubers akademischen Hintergrund wohl kaum als "ordentlich" bezeichnen würden.

Und auch wer nichts "Ordentliches" gelernt hat, macht trotzdem oftmals einen Job, ohne den in Deutschland das Chaos herrschen würde:

Einige Stunden später versuchte Tauber dann auf Twitter, seine Aussage etwas ins bessere Licht zu rücken:

Der "Zeit"-Journalist hatte da zuvor aber schon die passende Antwort auf Taubers Haltung getwittert: "In Deutschland brauchen Sie vor allem keine drei Minijobs, wenn Sie was ordentliches geerbt haben."

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(jg)

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