Studie: Wenn Fische die Pille nehmen, kommt die schlimme Seite des Verhütungsmittels zum Vorschein

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  • In einer Studie der Universität von Exeter in Großbritannien haben Forscher Fische in England untersucht
  • Das Ergebnis ist besorgniserregend
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Professor Charles Tyler ist Ökotoxikologe an der Universität von Exeter in Großbritannien. Er war Forscher einer Studie, die Fische von 51 verschiedenen Orten in England untersuchte.

Das Ergebnis ist bizarr bis besorgniserregend. Was sich im Verdauungstrackt der Tiere befand, deckte sich gewissermaßen mit den Inhalten des Abwassers in der jeweiligen Region.

Männlichen Fische verwandelten sich in weibliche Fische

Doch neben giftigen Stoffen aus der Industrie findet man vorwiegend Bestandteile von Medikamenten. Und das hat verheerende Auswirkungen: Fast ein Drittel der untersuchten männlichen Fische verwandelte sich in weibliche Fische. In den Hodenstöcken entwickelten sich Eier.

Die Wissenschaftler fanden in den Tieren große Mengen an Östrogen, das zusammen mit Progestin den Eisprung beim Menschen verhindert. Das Hormon gelangt über den Konsum von Verhütungspillen in das Abwasser und so wiederum in den Fisch, der so einer unfreiwilligen Hormontherapie ausgesetzt wird.

Auf Dauer können die Tiere so ihren Fortbestand nicht sichern. Andere Stoffe, wie Antidepressiva, machen die Fische weniger scheu und aggressiv - das wirkt sich negativ auf das Paarungsverhalten aus - und die Fähigkeit, vor Fressfeinden zu flüchten.

Die Pille steht immer wieder in der Kritik, den Hormonhaushalt durcheinander zu bringen. Dass selbst Rückstände des Medikaments männliche Fische in weibliche verwandeln, zeigt, dass die Pille nicht die ideale Verhütungsmethode ist.

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Männlichen Fische verwandelten sich in weibliche Fische

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