Innenminister Hermann beklagt fehlende Rettungsgasse bei Busunfall auf der A9

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Schweres Busunglück in Bayern: Innenminister Hermann beklagt fehlende Rettungsgasse | dpa
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  • In Bayern hat sich ein schwerer Busunfall ereignet
  • Autofahrer bildeten keine korrekte Rettungsgasse und behinderten die Retter
  • Die Ländern fordern höhere Bußgelder für solche Fahrer

Ein Reisebus ist in Münchberg auf einen Sattelschlepper gekracht und fing Feuer. 18 Menschen konnten sich nicht mehr retten und starben, 30 werden zum Teil schwer verletzt. Zehn Minuten nach der Alarmierung sind die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei vor Ort.

Es hätte schneller gehen können - wenn die Autofahrer im Stau eine Rettungsgasse gebildet hätten. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) beklagte am Mittag öffentlich, dass sich die Autofahrer "völlig unverantwortlich" verhalten hätten.

Sie hätten es damit den Rettern erschwert, zur Unglücksstelle zu kommen, sagte Herrmann am Montag am Ort des Unglücks nahe Münchberg in Oberfranken. Nach einem Unfall sei "sofort eine Rettungsgasse zu bilden - und zwar so, dass ein Lkw durchkommen kann", sagte Herrmann. Er betonte, dass dennoch "so schnell wie irgendmöglich Hilfe geleistet" worden sei.

Und Gaffer auf der Gegenfahrbahn

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) spricht noch ein weiteres Problem an: Auf der mittlerweile freigegebenen Gegenspur seien Gaffer immer wieder langsamer gefahren oder hätten sogar angehalten.

Das ist nicht nur für die nachfolgenden Autos ärgerlich, da sich so auch wieder Staus bilden. Auch die Gefahr eines Folgeunfalls drohe dadurch, so der Minister.

Länder wollen höhere Bußgelder bei fehlender Rettungsgasse

Unter den Ländern werden unterdessen unabhängig der neuesten Vorfälle Rufe nach höheren Geldbußen für Autofahrer laut, die Rettungsgassen auf den Straßen blockieren. Das geht aus einer Empfehlung des Innenausschusses des Bundesrats hervor, über die das Plenum der Länderkammer an diesem Freitag noch entscheiden muss.

Der Bundesrat soll sich demnach für Bußgelder von bis zu 165 Euro stark machen statt der bisher von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) geplanten Anhebung auf bis zu 115 Euro. Zuerst berichtete die "Saarbrücker Zeitung" am Montag darüber.

Die Vorschriften fürs Bilden der Gasse auf Autobahnen und Bundesstraßen waren erst kürzlich präzisiert worden. Bei Straßen mit mindestens zwei Streifen muss sie "zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrstreifen" frei gehalten werden - also bei drei Fahrspuren zwischen der ganz linken und den beiden rechten daneben.

Mancher Autofahrer erkennt aber wohl nicht, wie wichtig diese Regelung ist. Das zeigt der Unfall am Montag auf tragische Art und Weise.

(ks)

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