Deshalb wollen einige Trump-Gegner nicht, dass Twitter den US-Präsidenten sperrt

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  • Nachdem Donald Trump auf Twitter auf den Sender CNN losging, rufen nun einige Twitter dazu auf, Trump zu sperren
  • Der US-Präsident verstoße klar gegen die Gesetze
  • Einige Twitter-Nutzer finden aber, es sei das Beste, weiter twittere - und sich so sein eigenes Grab schaufelt

Der Fall ist so skurril, dass man schon fast schmunzeln könnte - wäre das Thema nicht bitterernst: Der Kurznachrichtendienst Twitter hat bestätigt, dass man Donald Trump vorerst nicht sperren werde. Der US-Präsident zog am Sonntag die Kritik auf sich, nachdem er ein Video auf Twitter teilte, auf dem er einen Mann eindrescht, der statt eines Gesichtes das Logo des Nachrichtensenders CNN auf dem Kopf hat.

Diesen Tweet habe Twitter geprüft, jedoch befunden, man werde den Inhalt nicht sperren und Donald Trump nicht von Twitter verbannen, meldete CNN. Dabei hätte Twitter das durchaus tun können, argumentieren Beobachter. Denn Twitters Regeln verbieten es, Material zu teilen, das zu Gewalt aufruft, berichtet CNN.

"Zeit, ihn zum Schweigen zu bringen"

Seth Abramson, Anwalt und Rechtsprofessor an der Universität von New Hampshire, zeigte sich unzufrieden mit Twitters Entscheid. Er rief die Firma dazu auf, Trump zu sperren. Denn der US-Präsident habe mit seinen Tweets gegen die Gesetze verstoßen.

Über 11.000 weitere Nutzer teilten Abramsons Tweet in dem sozialen Netzwerk. Eine Nutzerin schrieb, jetzt sei es Zeit, Trump auf Twitter zum Schweigen zu bringen:

Weitere Nutzer schlossen sich Abramson an und meldeten dem Kurznachrichtendienst Twitter, Trump verstoße gegen dessen Regeln.

Twitter-Nutzer glauben, Trump twittert sich zur Amtsenthebung

Andere Nutzer hielten wenig von Abramsons Vorschlag, Trump auf Twitter zu blockieren. Ein Twitter-User wies darauf hin, dass auch Trump ein Recht auf freie Meinungsäußerung habe:

Andere Nutzer wollten, dass Trump weiterhin auf Twitter aktiv bleibt- doch wiesen sie darauf hin, dass Trump so freiwillig belastendes Material auf Twitter stellt, das dann später vor Gericht oder während eines Amtsenthebungsprozesses gegen ihn verwendet werden kann.

Ein weiterer Nutzer schrieb: "Lasst ihn gewähren. Gute Beweise."

Trumps Twitter-Account zu sperren, sei in etwa so, wie ihm die Schlinge um seinen Hals zu entfernen, schrieb ein anderer.

Einige Beobachter auf Twitter wiesen sogar darauf hin, dass es gar nicht im Interesse von Twitter sei, Trump zu sperren. Denn dank Trumps Twitter-Tiraden werde Twitter in der öffentlichen Debatte als wichtig wahrgenommen, erhalte also quasi Werbung, ohne dafür bezahlen zu müssen.

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(jg)

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