Donald Trump: Das Netz läuft Sturm gegen den Prügel-Präsidenten

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US-Präsident Donald Trump macht kein Geheimnis daraus, wie wenig er von Medien wie CNN hält

Fast täglich schweift der Blick inzwischen verwundert auf die neuesten Peinlichkeiten, die Donald Trump (70) als Teil seiner Aufgaben als Präsident der Vereinigten Staaten sieht. Nach diversen verbalen Angriffen auf die in seinen Augen "Fake News" lässt er in einem Wrestling-Video, das er stolz auf seinem Twitter-Account postete, die Fäuste gegen die Presse sprechen. Nicht nur in den USA fragen sich die Menschen: Wie lange lässt die Nation, jenes "Land der Freiheit", ihr Staatsoberhaupt noch dermaßen sinnbefreit und regelrecht gefährlich wüten? Doch nicht jeder verurteilt Trump - ein deutscher Politiker feiert das peinliche Video sogar...

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Nicole Diekmann, Fernsehreporterin des ZDF, fast in wenigen Zeichen zusammen, was für eine schreckliche Symbolkraft das Video von Trump besitzt: "Ein demokratisch gewählter Präsident mit unverhohlenen Gewaltgelüsten gegen die freie Presse - eine der Säulen der Demokratie. Mhm."

Auch der Sender CNN selbst, also das Hauptopfer des makabren Prügel-Videos, meldete sich zu dem Vorfall bereits via Twitter zu Wort. Dort kramte man ein Statement der Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah H. Sanders, heraus, das sie nur wenige Tage zuvor verlesen hatte: "Der Präsident hat in keiner Form jemals jemanden zu Gewalt aufgefordert oder sie verherrlicht. Wenn überhaupt hat er das genaue Gegenteil getan."

US-Fernsehmoderator Jim Acosta scherzt über ein Thema, dass Trump spätestens seit seiner Amtseinführung besonders wichtig ist: In Bezug auf Trumps stete Anschuldigung, Medien wie CNN seien "Fake-News", das US-Pendant der "Lügenpresse", zwitscherte er die knappe Frage: "Ist Wrestling nicht fake?"

"Amerika, wach auf"

Ana Navarro, die unter anderem für CNN, aber auch ABC arbeitet, sieht das Gebaren des Präsidenten als große Gefahr für Reporter und Journalisten an: "Amerika, wach auf. Dieser Aufruf zur Gewalt wird noch dazu führen, dass eine Person der Medienbranche umgebracht wird. Vielleicht würde er dann aufhören."

Polit-Experte Dan Diamond hat sich sogar die Mühe gemacht und nachgeschaut, was Barack Obama zur selben Zeit 2016 getweetet hat. Der damals amtierende Präsident verabschiedete sich mit rührenden Worten von Elie Wiesel, einem rumänisch-amerikanischen Schriftsteller. Über den Holocaust-Überlebenden schrieb Obama vor einem Jahr: "Elie Wiesel war eine überragende moralische Stimme unserer Zeit und ein Gewissen für unsere Welt. Er war außerdem ein geliebter Freund. Wir werden ihn schmerzlich vermissen." Dem entgegengestellt wird das Video von Donald Trump...

Doch nicht nur verurteilende Stimmen sind zu finden. Auch hier in Deutschland gibt es Menschen der Öffentlichkeit, die Trumps bizarres Video sogar regelrecht abfeiern. Dr. Maximilian Krah, der von der CDU zur AfD wechselte, postete besagtes Trump-Video und schrieb dazu: "Trump denkt nicht daran, sich den Spielregeln der Linken Journalisten zu unterwerfen - nur geil."

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