POLITIK
03/07/2017 15:12 CEST | Aktualisiert 03/07/2017 17:22 CEST

Was die Union den Alleinerziehenden in ihrem Wahlprogramm anbietet, macht wütend

Axel Schmidt / Reuters
Was die Union den Alleinerziehenden in ihrem Wahlprogramm anbietet, macht wütend

  • Als letzte der großen Parteien hat jetzt auch die Union ihr Wahlprogramm vorgestellt

  • Unter anderem mit einer Familienoffensive wollen CDU und CSU in den Wahlkampf ziehen

  • Doch darin kommen alleinerziehende Mütter oder Väter fast nicht vor

Das Wahlprogramm der Union ist endlich da. 76 Seiten und fast 3000 Zeilen hat es - und eine Gruppe kommt darin besonders schlecht weg: alleinerziehende Eltern.

Denen bietet die Union eine Beratung bei der Jobsuche an. Das ist auch schon alles. Im Programm heißt es:

Wir werden sicherstellen, dass alleinerziehende Mütter und Väter, die nach der Geburt ihrer Kinder auf Berufstätigkeit verzichtet haben, eine regelmäßige Beratung über Möglichkeiten zur beruflichen Wiedereingliederung erhalten.

Alleinerziehenden wird das aber nicht wirklich helfen. Sie haben in Deutschland das höchste Armutsrisiko. 40 Prozent der Ein-Elternteil-Familien leben mit Hartz-IV - eine erschreckend hohe Zahl.

Hilfe bei der Jobsuche kann dabei nur eine von vielen Maßnahmen sein. Denn auf staatliche Leistungen sind alleinerziehende Eltern selbst dann noch angewiesen, wenn sie nach der eine Auszeit einen Job mit Mindestlohn gefunden haben. Das zeigen aktuelle Zahlen.

Ehegattensplitting bevorzugt kinderlose Paare

Wer Alleinerziehenden wirklich helfen, muss grundsätzlicher an das Problem herangehen.

Wie zum Beispiel ist zu erklären, dass das Ehegattensplitting Kinderlose extrem bevorzugt, alleinerziehende Mütter und Väter aber steuerlich wie Singles behandelt? So zahlen Alleinerziehende deutlich mehr Steuern - nur, weil sie keinen Trauschein haben.

Das spüren nicht zuletzt die Kinder.

Zunehmend wachsen diese nur mit einem Elternteil auf - und sind somit auch von Armut bedroht. Fast jedes fünfte Kind lebt heute bei der Mutter oder dem Vater. Vor zwanzig Jahren war es nur jedes zehnte Kind, wie aus Zahlen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung hervorgeht.

Zum Vergleich: Die SPD will Alleinerziehenden das Ehegattensplitting reformieren. Das ist ein Anfang.

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(mf)