Forscher entwicklen neues Material: Damit wirst du bald dein Handy monatelang nicht mehr aufladen müssen

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man charging smartphone with powerbank on vacations at sea side | shevtsovy via Getty Images
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  • Wissenschaftler der University of Michigan und der Cornell University haben ein neues Material für elektronische Geräte entwickelt
  • Es könnte den Prozessoren in elektronischen Geräten ermöglichen, mit 100 Mal weniger Energie auszukommen
  • Die Erfindung der Wissenschaftler wäre nicht nur praktisch, sondern auch umweltfreundlich

Seit Beginn des digitalen Zeitalters gehören sie zu den Grundbedürfnissen des modernen Menschen: W-LAN und Akku.

Dank schnellem mobilem Internet ist ersteres fast kein Problem mehr. Doch die Akkus der neuen Smartphones sind schnell leer.

Normalität ist, das Handy jeden Abend aufzuladen, damit man es am nächsten Tag wieder nutzen kann.

Geringerer Energieverbrauch durch neues Material

Wissenschaftler der University of Michigan und der Cornell University haben jetzt ein neues multiferroisches Material entwickelt, das es den Prozessoren in elektronischen Geräten ermöglichen könnte, mit 100 Mal weniger Energie auszukommen.

Multiferroische Stoffe sind sowohl dauermagnetisch als auch dauerhaft elektrisch geladen und deshalb für die Informationstechnologie interessant.

Normalerweise funktionieren die heutigen handelsüblichen Prozessoren mit Halbleiter-Systemen, die einen konstanten Fluss von Elektrizität benötigen.

Mit dem neuen Material würden die Prozessoren nur noch kleine elektrische Impulse brauchen und damit für den Betrieb viel weniger Energie in Anspruch nehmen, schreiben die Forscher, deren Studie in der renommierten Fachzeitschrift "Nature" veröffentlicht wurde.

"Vor dieser Studie gab es nur ein anderes Multiferroikum auf Raumtemperatur, dessen magnetische Eigenschaften von Elektrizität kontrolliert werden konnten", erklärt Studienautor John Heron von der University of Michigan in einem Statement. "Die elektronische Kontrolle ist das, was die Hersteller elektronischer Geräte interessiert und ein großer Schritt vorwärts."

Die Forscher glauben, dass das neue Material dabei helfen könnte den Verbrauch von elektronischen Geräten erheblich zu senken, da sich die Datenverarbeitung wesentlich effizienter gestalten würde. Das heißt, dass man sein Smartphone nur noch etwa alle drei Monate aufladen müsste.

Die Erfindung der Wissenschaftler wäre nicht nur praktisch, sondern auch umweltfreundlich

Damit ist die Erfindung der Wissenschaftler nicht nur praktisch, sondern auch umweltfreundlich und dringend nötig. Immerhin sollen elektronische Geräte laut Hochrechnung bis 2030 etwa 40 bis 50 Prozent des globalen Energieverbrauchs in Anspruch nehmen.

Die Forscher nehmen an, dass es noch ein paar Jahre dauern wird, bis das Material reif für den industriellen Einsatz ist. Allerdings sind sie sich sicher, dass sie dem Ziel, den Energieverbrauch bei elektronischen Geräten einzuschränken, einen großen Schritt näher gekommen sind.

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(mf)

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