Karl-Theodor zu Guttenberg: "Ich bin ein kurzzeitig auftretender Ackergaul"

Veröffentlicht: Aktualisiert:
KARL THEODOR GUTTENBERG
Karl-Theodor zu Guttenberg: "Ich bin ein kurzzeitig auftretender Ackergaul" | dpa
Drucken
  • Der frühere Verteidigungsminister zu Guttenberg will nicht in die Politik zurück
  • Zur Begründung für seine Absage bemühte Guttenberg einen sehr eigenwilligen Vergleich

CSU-Chef Horst Seehofer hätte ihn schon gerne zurück in der Politik. Diesen Mann, diese "interessante, gebildete Persönlichkeit", wie er erst am Freitag sagte. Seehofer sprach da von Karl-Theodor zu Guttenberg, bis zu seiner Plagiatsaffäre 2011 war dieser Wirtschafts- und dann Verteidigungsminister.

Medienberichten nach soll er im Wahlkampf auch einige Termine für die CSU wahrnehmen, am 4. September zum Beispiel beim politischen Gillamoos im niederbayerischen Abensberg. Die Bierzelt-Reden dort sind ein wichtiger Termin im politischen Kalender des Freistaats.

Nur: Guttenberg will nicht zurück in die Politik. Sagt er.

"Ich bin ein kurzzeitig auftretender Ackergaul"

Dem Nachrichtenportal "Business Insider" sagte er auf die Frage, ob er das neue Zugpferd der CSU werde:

"Angesichts meiner heutigen Distanz zur Tagespolitik und sechsjähriger politischer Entwöhnung bin ich eher ein kurzzeitig auftretender Ackergaul.“

Er wolle mit seinen Auftritten erreichen, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wiedergewählt werde.

Vernichtende Kritik der USA

Gut möglich ist jedenfalls, dass Guttenberg vor großem Publikum gut ankommt. Er weiß, wie Klartext geht, ohne allzu platt zu werden.

Im "Business Insider" rechnete der Mann, der inzwischen in den USA lebt, mit dem dortigen System ab: Er sprach von "maroder Infrastruktur,  desorganisierter Verwaltung und einem lachhaften Sozial- und  Gesundheitssystem". Außerdem beunruhige ihn die unstete Außenpolitik und die Spaltung der Gesellschaft der USA unter Präsident Donald Trump.

Was Deutschland von den USA lernen könne, sei die Risikobereitschaft der Unternehmer, die Kreativität und die Art, wie man mit Scheitern umgehe.

Sein persönliches Scheitern in der deutschen Politik scheint Guttenberg gut verarbeitet zu haben. Er ist gut vernetzt - seine Meinung immer wieder gefragt. Offensichtlich nicht nur bei Seehofer.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(mf)

Korrektur anregen