Im Juli im Kino: Das sind die Highlights des Monats

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Nicht alle der 400.000 Soldaten werden nach der Schlacht von Dünkirchen wieder ihre Heimat sehen

Die Schrecken des Zweiten Weltkriegs, die Weiten des Universums, die Trotteligkeit der Minions oder die Waffenliebe der Amerikaner: Im Juli haben Sommer-Muffel mehr als nur einen Grund, der Sonne fernzubleiben und sich stattdessen ins kühle Kino zu setzen. Notfalls zieht der neue "Spider-Man" sie mit seinem Netz in den Kinositz.

"Ich - Einfach Unverbesserlich 3", 6. Juli

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Nanu, der liebenswerte Schurke Gru hat einen Zwillingsbruder namens Dru? Davon wusste der Meister der Minions bislang selbst nichts. Sehr zu seinem Ärger sieht sein neu entdeckter Bruder nicht nur wesentlich besser aus als er (und hat mehr Haare), er ist auch ein absoluter Gewinnertyp. Eigentlich haben die zwei also nichts gemeinsam, doch wie heißt es so schön - nichts verbindet mehr als ein gemeinsamer Feind. Und der kommt in Person von Superbösewicht Balthazar Bratt daher...

Einschätzung:

Hat sich die erfolgreiche Formel der "Ich - Einfach Unverbesserlich"-Reihe nicht allmählich abgenutzt? Man darf nicht vergessen, dass es zusätzlich bereits einen eigenen Ableger der Minions gab. Ähnliche Bedenken wischte allerdings schon der zweite Teil des charmanten Animations-Spaßes binnen weniger Minuten aus den Köpfen vermeintlicher Kritiker. Von diesen kleinen gelben Klamauk-Köpfen in Kinderüberraschungs-Optik kann man irgendwie nicht genug bekommen - wohl auch nicht in "Ich - Einfach Unverbesserlich 3".

"Die Erfindung der Wahrheit", 6. Juli

Eigentlich kennt die knallharte Lobbyistin Elizabeth Sloane (Jessica Chastain) den Begriff "Skrupel" nur aus dem Wörterbuch. Doch als sich plötzlich die Waffenlobby an sie wendet, um mit ihrer Hilfe den Ruf von Schusswaffen bei der weiblichen Zielgruppe zu stärken, steigt sie für viele ihrer Kollegen überraschend aus. Mehr noch, sie und einige treue Mitarbeiter schließen sich der Gegenseite an, um aktiv gegen die Ex-Firma zu kämpfen und zeitgleich ein neues Gesetz zur Verschärfung des Waffenrechts durchzuboxen. Doch vielen US-Amerikanern ist der zweite Verfassungszusatz und damit ihre Knarre zu wichtig, um ihr kampflos das Feld zu überlassen.

Einschätzung:

Die teils unglaublichen Machenschaften der Waffenlobby in den USA sind schon seit Michael Moores Dokumentation "Bowling for Columbine" auch in Deutschland wohl bekannt. Lobbyismus, Waffengesetze und Co. - "Die Erfindung der Wahrheit" deckt sehr amerikanische Themengebiete ab. Nichtsdestotrotz könnte Jessica Chastains One-Woman-Show auch hierzulande einige Menschen ins Kino locken.

"Spider-Man: Homecoming", 13. Juli

Nach dem spektakulären Kampf mit und gegen die "Avengers" hat Peter Parker (Tom Holland) Blut geleckt. Dumm nur, dass Tony Stark (Robert Downey Jr.) den Grünschnabel noch für zu unerfahren hält, um stetes Mitglied der Heldentruppe zu sein. Doch Parker will ihm und der Welt beweisen, dass er mehr als nur die freundliche Spinne von nebenan ist, die Katzen von Bäumen rettet oder alten Frauen über die Straße hilft. Als urplötzlich ein Fiesling in einem mechanischen Geier-Kostüm terrorisiert, sieht Parker die Stunde von Spider-Man gekommen.

Einschätzung:

Der dritte Anlauf, der zweite Reboot: Wie sein vielbeiniges Pendant im echten Leben lässt einen Spider-Man einfach nicht in Ruhe. Doch während zuletzt Andrew Garfield als Spinnenmann schwächelte, bewies der junge Tom Holland bereits in "The First Avenger: Civil War", dass er zumindest für die kurze Zeit darin eine Bereicherung der Comic-Welt sein kann. Ob das mit "Spider-Man: Homecoming" auch für einen ganzen eigenen Spielfilm zutrifft, bleibt zu hoffen - ein vierter Spider-Man innerhalb von 15 Jahren wäre dann doch etwas zu viel.

"Valerian - Die Stadt der tausend Planeten", 20. Juli

Die jungen Agenten Valerian (Dane DeHaan) und Laureline (Cara Delevingne) sind dafür zuständig, die Ordnung im gesamten Universum zu wahren. In der Mega-Metropole Alpha, in der tausende unterschiedliche Alienrassen miteinander leben, ist Ärger für die beiden vorprogrammiert. Erst recht, als sie herausfinden, dass dort geheime Kräfte am Werk sind, die das Schicksal der gesamten Galaxie bedrohen. Frauenheld Valerian kann sich angesichts seiner attraktiven Kollegin aber nur bedingt auf die Rettung des Universums konzentrieren.

Einschätzung:

Zuletzt scheiterten die Wachowskis mit "Jupiter Ascending" sagenhaft an dem Versuch, eine epische Sci-Fi-Fantasy der Marke "Star Wars" aus dem Boden zu stampfen. "Valerian" basiert aber auf einer französischen Comicreihe und wird von niemand Geringerem als Luc Besson realisiert, der schon mit "Das fünfte Element" bewies, dass er glaubhafte und schrille Zukunftswelten erschaffen kann. Das ist allerdings auch schon wieder unglaubliche 20 Jahre her und seitdem waren überzeugende Filme von ihm rar gesät. Mit Dane DeHaan und Cara Delevingne wurden aber interessante Newcomer für das Projekt gefunden - man darf gespannt sein!

"Dunkirk", 27. Juli

26. Mai 1940: Unter dem Codenamen "Operation Dynamo" versucht das britische Militär, rund 400.000 Soldaten der Alliierten in höchster Not zu evakuieren, die von den Nazitruppen eingekesselt sind. Denn die Schlacht um die nordfranzösische Stadt Dünkirchen gilt als längst verloren, Schadensbegrenzung ist nun das einzige Ziel. Auf dem Land, im Wasser und in der Luft versuchen die Männer alles, um ihre Kameraden zu retten.

Einschätzung:

Christopher Nolan versammelt in seinem neuen Film "Dunkirk" mit Tom Hardy und Cillian Murphy wieder zwei seiner liebsten Schauspieler und schickt sie in einen blutigen Kampf gegen Nazi-Deutschland und die Zeit. Die Entscheidung von Nolan, die wahren Geschehnisse vom 26. Mai bis 4. Juni 1940 aus drei Perspektiven (Bodentruppe, Marine, Luftwaffe) zu zeigen, ist eine interessante Idee, um sich von den bisherigen Kriegsfilmen abzuheben. Zwar wissen Geschichtskenner bereits, wie alles enden wird, im Zentrum von Nolan stehen aber stets die Einzelschicksale - und genau damit verspricht "Dunkirk" nervenaufreibende Spannung in opulenter Optik.

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