Schulz drängt Merkel, sich Trump beim G20-Gipfel entgegenzustellen

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MERKEL TRUMP
Schulz drängt Merkel sich Trump beim G20-Gipfel entgegenzustellen | Getty
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  • Bisher hat Kanzlerin Merkel US-Präsident Trump nur indirekt kritisiert
  • Damit soll nun Schluss sein, fordert SPD-Chef Schulz
  • Bereits beim bevorstehenden G20-Gipfel solle es Merkel wagen, einen Konflikt mit Trump einzugehen

Kanzlerin Angela Merkel soll mit Donald Trump Tacheles reden. Das verlangt der SPD-Kanzlerkandidat und attackiert die CDU-Chefin zugleich für ihre Zurückhaltung.

Denn bisher kritisierte Merkel den US-Präsidenten nur indirekt - wie bei ihrer letzten Regierungserklärung vor der Sommerpause.

Schulz: "Die Kanzlerin muss es wagen, auch einmal einen Konflikt einzugehen"

Selbst bei ihrer berühmten Bierzeltrede, als sie kurz nach dem G7-Gipfel resigniert erklärte, die USA seien kein verlässlicher Partner mehr, erwähnte Merkel Trump mit keiner Silbe.

Aus Sicht von Schulz sollte Merkel offener werden. "Die deutsche Kanzlerin muss es wagen, auch einmal einen Konflikt mit dem amerikanischen Präsidenten einzugehen. Bisher bleibt sie immer nur im Ungefähren", erklärte Schulz in einem Interview mit der "Welt am Sonntag". "Man kann einem Präsidenten auch einmal ein klares Nein entgegensetzen. Ich würde Trump sagen: 'Deine Aufrüstungslogik, die durch nichts gerechtfertigt ist, ist nicht unsere.'"

Schulz echauffierte sich über das Verhalten Trumps: "Und dann reist dieser Mann durch die Welt und befeuert Konflikte wie den zwischen Saudi-Arabien und Katar."

Schulz: "Ein Gipfel der unverbindlichen Erklärungen"

Falls Merkel tatsächlich offensiv gegen Trump agieren sollte, hätte sie sogar Schulz' Unterstützung, wie dieser bereits beim Handelsstreit Ende Mai twitterte.

Seine Kritik gelte aber "nicht nur Frau Merkel", sagte der SPD-Chef.

"Der G20-Gipfel wird ein Gipfel der unverbindlichen Erklärungen sein. Die demokratischen Regierungen sollten sich fragen, ob sie weiter Minimalkonsens-Papiere mit Autokraten verabschieden wollen. Stattdessen sollten sie sich beim Klimaschutz, bei der Migration und Entwicklungspolitik deutlicher absetzen", verlangte Schulz.

Mit Blick auf die Präsidenten der USA, der Türkei und Russlands fügte er hinzu: "Müssen wir an Trump, an Erdogan, an Putin Konzessionen machen? Nein."

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(lm)

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