AfD-Politiker zeigt mit widerlichem Kommentar zur Ehe für alle, wie realitätsfern seine Partei ist

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  • AfD-Mann Fest glaubt, von der Ehe für alle würden Pädophile profitieren
  • In einem hämischen Video erklärt er seine krude Weltsicht

Nicolaus Fest liebt es, zu provozieren. Der ehemalige Journalist musste einst die "Bild am Sonntag“ verlassen, nachdem er den Islam als "Integrationshindernis“ bezeichnet hatte.

Rückblickend wirkt das fast harmlos. Nun nämlich ist Fest AfD-Politiker – und kandidiert dieses Jahr zum ersten Mal für den Bundestag. Seine politischen Positionen scheinen dabei immer radikaler zu werden.

In einem Video-Kommentar wütet der Politiker jetzt gegen die am Freitag beschlossene Ehe für alle. Seine Argumente sind dabei so aus der Zeit gefallen, dass man sich fragt, ob Fest die letzten 70 Jahre verschlafen hat.

Lesben und Schwule könnten nun Kinder adoptieren, erzählt Fest seinen Zuhörern. "Familie nachspielen“ nennt er das hämisch.

Der AfD-Mann suggeriert: Homosexuelle können keine echte Familie gründen. Dass auch AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel zwei Kinder zusammen mit einer Frau großzieht, ist Fest wohl völlig egal.

"Päderastie für alle“

Dann wird es eklig. Fest glaubt: "Vor allem jedoch für eine Gruppe ist die Ehe für alle super: für Päderasten. Sie können sich zu Paaren zusammentun und Knaben adoptieren.“ Die Ehe für alle würde so auch bedeuten "Päderastie für alle“, glaubt der AfD-Mann.

Seine (un)logische Folgerung, Homosexuelle seien gleichzeitig Päderasten, erklärt Fest nicht weiter. Das ist wohl auch geschickter: Denn das wohl einzige, was dahinter steckt, ist eine erschreckend offene und widerliche Schwulenfeindlichkeit.

Was Fest und die AfD wissen sollten: Studien haben längst gezeigt, dass es Kinder homosexueller Paare oft nicht schlechter, sondern in vielen Fällen sogar besser geht, als Kindern in heterosexuellen Haushalten.

Dass jedoch passt nicht in das Weltbild eines Ewiggestrigen.

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(sk)

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