Vorwurf gegen Barbetreiber: Eine Frau sagt, sie wurde entlassen - weil sie so in die Arbeit kam

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Eine junge Britin sorgt mit einem Vorwurf an ihren Arbeitgeber für Aufsehen. Kate Hannah war bisher als Kellnerin in der Bar Bird & Beer in Beverley angestellt. Nun wurde sie entlassen - weil sie, wie sie sagt, keinen BH unter ihrem T-Shirt tragen wollte.

An dem Tag, als sie deswegen nach Hause geschickt wurde, postete sie ein Bild ihres Outfits - sie trägt ein unauffälliges graues T-Shirt - auf Facebook. Dazu schrieb Hannah:

“Ich wurde gerade entlassen, weil ich mich weigerte, einen BH zu tragen. Gestern machte der Bruder meiner Chefin, während sie daneben stand, eine völlig unangebrachte sexuelle Bemerkung in meine Richtung. Der Kommentar war mir sehr unangenehm, ich kam mir wie ein Objekt vor. Ich konnte gar nicht fassen, dass das tatsächlich passiert war.

Sie reagierte auf die Situation, indem sie mir sagte, dass ich künftig nicht mehr ohne BH in die Arbeit kommen dürfe - in Anwesenheit von drei weiteren Kollegen und mehreren Kunden. Ich fühlte mich erniedrigt und war komplett geschockt, dass mir die Schuld daran gegeben wurde, dass ich an meinem Arbeitsplatz sexuell belästigt worden war.

Als ich ihr sagte, wie wütend mich das machte, sagte sie, ich verhielte mich dumm, albern und meine Reaktion sei vollkommen übertrieben.

Ich bin angewidert von der Unprofessionalität und der Respektlosigkeit, mir als Frau abzusprechen, dass ich tragen kann, worin ich mich wohl fühle.

Niemand sollte je das Gefühl haben, dass er sich verstecken muss, um sich vor unerwünschten sexuellen Kommentaren und Angriffen zu schützen.

Das macht mich wirklich traurig.”

Die Barbetreiber streiten den Vorwurf ab

Hannah bekommt mit ihrem Post große Aufmerksamkeit. Viele Facebook-Nutzer haben das Foto bereits geliked und geteilt. Einige fordern in den Kommentaren unter dem Post sogar, die Bar zu boykottieren.

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Bird & Beer hat auf den Vorwurf reagiert. In einem Statement auf Facebook streiten die Bar-Betreiber ab, die 22-Jährige entlassen zu haben.

“Wir haben niemandem gekündigt”, heißt es darin. “Wir haben die Pflicht, für all unsere Angestellten zu sorgen und sie schützen. Wir nehmen alle Kommentare gegenüber unseren Angestellten sehr ernst und reagieren darauf unverzüglich auf eine professionelle Art und Weise.”

Hannah fühlt sich respektlos und unprofessionell behandelt

Das wollte Hannah so nicht stehen lassen und antwortete:

“Wie ihr sehen könnt, hat Bird & Beer meine Vorwürfe zurückgewiesen. Ich wurde rausgeworfen und mir wurde gesagt, ich dürfe nicht mehr in die Arbeit kommen, außer ich würde einen BH tragen. Ich sagte, ich würde keinen BH tragen und deswegen wurde ich aufgefordert, die Bar zu verlassen - an zwei Tagen in Folge.”

Wer mit seiner Darstellung recht hat, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Auf welcher Seite die Mehrheit der involvierten Facebook-Nutzer steht aber, ist nicht zu übersehen. Hunderte von ihnen sprechen der jungen Britin in den Kommentaren ihre Solidarität aus und schließen sich der Empörung über ihren Arbeitgeber an.

Mit #freethenipple drücken andere ihre Solidarität aus

“Das ist absolut widerlich”, schreibt eine Nutzerin. “Ich verstehe nicht, wie der Nippel einer Frau anstößig sein kann und der eines Mannes nicht.”

“Wenn manche Menschen ihre Augen nicht von meiner Brust lassen können, ist das ihr verdammtes Problem, nicht meins”, kommentiert eine andere.

Dazu können auch wir nur sagen: Free the nipple!

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(ame)

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