"Washington Post"-Kolumnistin: "Darum bin ich dankbar, wenn Donald Trump Frauen beleidigt"

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DONALD TRUMP SMILING
Donald Trumps Sexismus ist berüchtigt | Kevin Lamarque / Reuters
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  • US-Präsident Trump ist berüchtigt für seine sexistischen Bemerkungen
  • Am Donnerstag beleidigte er TV-Moderatorin Mika Brzezinski auf Twitter
  • Eine Journalistin der "Washington Post" sagt jetzt: Für Trumps Sexismus sollte man dankbar sein

US-Präsident Donald Trump ist bekannt für seine beleidigenden Tweets und sexistischen Äußerungen.

Seine zum “lockerroom-talk” runtergespielte Bemerkung, man könne Frauen ruhig “an die Muschi fassen”, wurde scharf kritisiert.

Am Donnerstag teilte Trump gegen die TV-Moderatorin Mika Brzezinski aus. In einem Tweet behauptete er, Brzezinski habe bei ihrem letzten Treffen in seinem Club Mar-a-Lago “wegen einem Face-Lifting” schlimm geblutet.

Auch dieses Mal geht die Beleidigung auf Äußerlichkeiten.

Auf diese Ungerechtigkeit kann man eigentlich nur mit Wut reagieren. Die Journalistin Alyssa Rosenberg fand jedoch einen anderen Weg, mit Trumps Sexismus umzugehen.

In der amerikanischen Tageszeitung “The Washington Post” erklärt sie, warum sie froh ist über jede sexistische Bemerkung Donald Trumps.

Trump bestätigt ungewollt jeden Sexismusvorwurf

Zu dumm, zu hässlich, zu dick. Für Trump seien Frauen vor allem eins: Objekte.

Rosenberg versucht, Trumps inakzeptables Verhalten zu nutzen. Sie sei plötzlich furchtbar dankbar für die sexistischen Beleidigungen Trumps gewesen, schreibt sie. Denn sie zeigen vor allem eins: Sexismus ist ein reales Problem.

“Diese faulen Beleidigungen bergen eine tiefe Wahrheit: Wenn der Präsident glaubt, dass es akzeptabel ist, eine Frau als hässlich oder widerlich zu bezeichnen, nur weil sie ihn kritisiert hat, und dass Millionen Amerikaner ihn trotzdem wählen, dann ist Seximus absolut real”, schreibt Rosenberg in der “Washington Post”.

Rosenbergs stützt ihre Argumentation auf persönliche Erfahrungen: “Ich schreibe, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen und ich habe einen Ordner, in dem ich alle herabwürdigenden und drohenden Emails sammele, die mir über die Jahre geschickt wurden.”

Wenn selbst der mächtigste Mann des Landes ungestraft Frauen beleidigen und beschämen kann, argumentiert Rosenberg, dann ist Seximus offensichtlich kein Hirngespinst eines feministischen Verfolgungswahns.

Selbst Trumps Frauen verschleiern seinen Sexismus nicht mehr

Und daran ändern auch die Frauen in Trumps Umfeld nichts, die lange versucht haben, seine Beleidigungen vor Sexismusvorwürfen zu rechtfertigen.

Ivanka Trump, Melania Trump und Sarah Huckabee Sanders: Sie alle haben aufgegeben, den Sexismus ihres Vaters, Ehemannes oder Vorgesetzten zu verschleiern.

Vielmehr geht es mittlerweile darum, die Angriffe des Präsidenten als gerechtfertigt aussehen zu lassen.

Trumps Angriffe sind aber kein Kampf “Feuer gegen Feuer”, wie Sanders behauptet. Es ist ein Kampf, der davon zeugt, dass ein Mann sich völlig dazu im Recht sieht, eine Frau derbe zu beleidigen, weil sie eine Frau ist.

Damit, sagt Rosenberg, bestätigt er jede aktuelle feministische Forderung. Und dafür muss man ihm einfach dankbar sein.

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(ks)

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