Wichtiges Zeichen: Muslime im Bundestag stimmen geschlossen für die Ehe für alle

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GIOUSOUF CEMILE
Wichtiges Zeichen: Muslime im Bundestag stimmen geschlossen für die Ehe für alle | AFP via Getty Images
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  • Acht von acht muslimische Bundestagsabgeordnete haben für die Eheöffnung gestimmt
  • Sie widersetzten sich damit der These, Muslime hingen an einem veralteten Weltbild

Ein häufiges Argument selbsternannter Islamkritiker besagt, Muslime hätten ein antiquiertes Weltbild. Sie würden Frauen und Homosexuelle nicht respektieren.

Am Freitag stimmte der Bundestag für die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Was die wenigsten mitbekamen: Alle muslimischen Abgeordneten im Parlament votierten für die Eheöffnung.

Dagegen stimmten viele bekennende Christen gegen die vollständige rechtliche Gleichstellung Homosexueller, wie der Linken-Abgeordnete Niema Movassat bemerkte.

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Insgesamt acht Muslime sitzen derzeit im Bundestag. Alle stimmten für die Ehe für homosexuelle Paare.

"Dass am heutigen Tag alle Abgeordneten im Bundestag, die sich als muslimisch bezeichnen, für die Ehe für Alle gestimmt haben, sollte denjenigen zu denken geben, die häufig Vorurteile haben", sagte Movassat der HuffPost. Homophobie sei eben keine besondere muslimische Eigenart, "wie uns teilweise von Rechtspopulisten Glauben gemacht wird".

Muslimische CDU-Politikerin unterstützte die Eheöffnung

Auch die muslimische CDU-Abgeordnete Cemile Giousouf gab ihre Wahlkarte für die Ehe für alle ab. 226 ihrer Kollegen aus der Unionsfraktion stemmten sich gegen die Reform – darunter auch Kanzlerin Angela Merkel.

Die Muslime im Bundestag gaben so ein starkes Signal für eine offene und freiheitliche Gesellschaft ab – und zeigten gleichzeitig, dass viele Vorbehalte gegenüber dem Islam unbegründet sind.

Dennoch müsse weiter Integrationsarbeit geleistet werden, glaubt Movassat. "Selbstverständlich muss bei Vermittlung des Grundgesetzes auf Art. 3 GG aufmerksam gemacht werde: Die Gleichbehandlung von Menschen und das Diskriminierungsverbot", sagte der Linken-Politiker.

Das sei eine Aufgabe der Integrationspolitik, aber auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die alle hier lebenden Menschen erreichen müsse.

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(jg)

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