Klimaforscher warnen: Wir haben nur noch drei Jahre, um die Erde zu retten

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Die Zeit läuft ab, erklären Klimaforscher | kamilpetran via Getty Images
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  • Bis 2020 muss der Ausstoß von Treibhausgasen massiv verringert werden, warnen Klimaforscher im Magazin "Nature"
  • Gelinge das nicht, werde die Umwelt unwiderruflich zerstört
  • Ganze Ökosysteme seien bereits dabei, zusammenzubrechen

Am 23. Februar 2007 titelte die "Bild"-Zeitung: "Wir haben nur noch 13 Jahre, um die Erde zu retten."

In dem Weltklimabericht, auf den die "Bild" sich bezog, hieß es, dass der Ausstoß von Treibhausgasen bis spätestens 2020 massiv reduziert werden müsse. Wenn wir dieser Umweltbelastung nicht entgegen wirken, würden im Zuge der Erderwärmung unumkehrbare Prozesse ausgelöst, warnt der Bericht.

So beispielsweise das Abschmelzen der Eisschilde in Grönland oder die Übersäuerung der Ozeane, berichtete damals "Focus Online".

Zehn Jahre später warnen Experten in dem renommierten Magazin "Nature" erneut. Und das Klima-Ultimatum bis 2020 besteht noch immer: Laut den Forschern bleiben uns drei Jahre, um die schlimmsten Folgen der Erderwärmung abzuwenden.

Eindringlicher Appell an die Staatschefs der Welt

Die Klimaforscher wenden sich in dem Artikel aktiv an die Staatschefs der Länder.

Sie dürften "jetzt nicht die Köpfe in den Sand stecken", zitiert die britische Zeitung "The Independent" die Wissenschaftler.

Die Klimaforscher erklären, dass der Zerfall ganzer Ökosysteme bereits begonnen habe und das umgehend gehandelt werden müsse, um diese Prozesse zu stoppen.

Werden keine Maßnahmen ergriffen, werde die ausgestoßene Emission so hoch sein, dass die im Pariser Abkommen vereinbarten maximalen zwei Grad Klimaerwärmung bald überschritten würden.

Die ergriffenen Maßnahmen reichen nicht aus

Mittlerweile ist es gelungen, den Ausstoß von Treibhausgasen auf einem Level zu halten.

Das reiche jedoch nicht, zitiert "The Independend" Christiana Figueres, Geschäftsleitungssekretärin der Arbeitsgruppe zum Thema Klimawandel bei den Vereinten Nationen.

Tatsächlich müsse es gelingen, die Werte nicht nur zu halten, sondern sogar zu senken, sagte Figueres.

"Die Emissionen global zu senken ist eine monumentale Aufgabe", heißt es in dem Artikel. "Aber die Untersuchungen zeigen, dass es notwendig, wünschenswert und machbar ist."

Der Aufruf wurde rund 60 Mal unterschrieben. So unter anderem von zahlreichen Wissenschaftlern und Politikern wie dem ehemaligen Präsidenten Mexikos, Felipe Calderon.

Ein Grad Celsius menschengemachte Erderwärmung

Seit 1880 beläuft sich die menschengemachte Temperaturerhöhung auf rund 1 Grad Celsius, schreiben die Klimaforscher im Magazin "Nature". Und sie werde weiter steigen. Das vor zehn Jahren vorhergesehene Abschmilzen der Eisschollen in Grönland und auch in der Antarktis sei bereits eingetreten.

Das Abschmilzen der Eismassen begünstige darüber hinaus das schnellere Ansteigen der Temperatur. Insgesamt würden weltweit 41 Gigatonnen Kohlenstoff Dioxid in die Atmosphäre abgegeben. Und das innerhalb eines einzigen Jahres.

Dem Bericht der Forscher zufolge bleibt uns bis zum Kollaps jedoch nur noch ein Kohlenstoffdioxid-"Budget" von 150 bis 1050 Gigatonnen.

"Wenn wir es nicht schaffen den aktuellen jährlichen Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern, müssen wir den Ausstoß komplett abstellen, sobald wir das Budget erschöpft haben", heißt es in dem Bericht.

"Ein gradueller Abbau würde es den globalen Ökosystemen jedoch leichter machen, sich anzupassen."

Nicht die Hoffnung verlieren!

Die Wissenschaftler schreiben in ihrem Artikel aber auch, dass es für einen Umschwung noch nicht zu spät sei.

"Die guten Nachrichten sind, dass die Möglichkeit das Pariser Abkommen einzuhalten immer noch besteht, falls der Ausstoß ab 2020 rapide fällt", heißt es in dem Artikel.

Dafür müsste jedoch einiges getan werden. Am besten heute.

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(jg)

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