"Es war erbärmlich, es war peinlich": SPD-Mann Kahrs beschimpft Merkel – dann wird es richtig laut

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JOHANNES KAHRS
"Es war erbärmlich, es war peinlich": SPD-Mann Kahrs rastet gegen Merkel aus – dann wird es richtig laut | Michael Gottschalk via Getty Images
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  • Vor der Abstimmung zur Ehe für alle hat SPD-Mann Kahrs eine emotionale Rede gehalten
  • Kahrs polterte gegen die Union und sorgte für tumultartige Szenen im Parlament

Der Bundestag stimmt über die Ehe für alle ab. Dazu hat auch Bundeskanzlerin Angela Merkel beigetragen, die am Montag erklärte, sie wolle die Abstimmung als "Gewissensfrage" behandeln.

SPD-Politiker Johannes Kahrs machte am Freitag im Bundestag deutlich, was er von Merkels Entscheidung hält. Kahrs plädierte entscheiden für die Öffnung der Ehe – aber kritisierte die Union gleichzeitig scharf.

Die Abstimmung sei "keine strategische Glanzleistung" der Kanzlerin – wie es mehrere Kommentaren suggeriert hatten. Kahrs wurde deutlich: "Es war erbärmlich, es war peinlich!"

Der SPD-Mann wandte sich vom Rednerpult nach rechts, wo Merkel saß. "Sie haben sich hier verstolpert, es war ihr Schabowski-Moment", sagte Kahrs in Bezug auf den SED-Politikers Günter Schabowski, der versehentlich zu früh den Fall der Berliner Mauer verkündet hatte.

Die Union habe jahrelang die Diskriminierung von Homosexuellen verteidigt, kritisierte Kahrs.

Aus den Reihen der Unionsfraktion gab es wütende Pfiffe und Zwischenrufe. Fraktionschef Volker Kauder hielt es nicht mehr auf seinem Stuhl. Wild gestikulierte Kauder in Richtung Kahrs.

Doch der machte weiter: "Dieses ganze Geschwurbel, es steht mir bis hier!"

Noch einmal richtete er sich an die Bundeskanzlerin: "Und ehrlich gesagt, Frau Merkel: Vielen Dank für nichts!"

Die Ehe für alle wurde am beschlossen – trotz Gegenstimme der Kanzlerin.

SPD-Fraktioschef Thomas Oppermann verteidigte den wüsten Ausraster seines Parteikollegen. Oppermann sagte: "Das war der emotionale Wutausbruch eines Mannes, der persönlich als Schwuler Diskriminierung erlebt hat."

Sein Unionskollege Michael Grosse-Brömer sprach dagegen von einem "peinlichen Auftritt".

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