5 Gründe, warum die Ehe für alle eine gute Nachricht für Kinder ist

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5 Gründe, warum die Ehe für alle eine gute Nachricht für Kinder ist | David Trood via Getty Images
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  • Homosexuelle Paare mit Kindern kämpfen mit vielen Vorurteilen
  • Dabei zeigen Studien: Kindern mit zwei Müttern oder zwei Vätern geht es teilweise sogar besser als Kindern in traditionellen Familien
  • Die Ehe für alle ist daher auch eine gute Nachricht für Kinder

Dafür haben homosexuelle Paare lange gekämpft: Am Freitag hat der Bundestag für die Ehe für alle gestimmt. Damit können nun auch gleichgeschlechtliche Paare Kinder adoptieren.

Ein historischer Schritt und ein lang ersehnter Erfolg für Schwule und Lesben. Doch noch immer kämpfen homosexuelle Paare mit Kindern mit vielen Vorurteilen. Homosexuelle seien schlechtere Eltern, die Kinder litten darunter, dass ihnen eine Mutter oder ein Vater fehle - so die gängigen Argumente.

Studien belegen nun aber das Gegenteil. Das Fazit: Kindern mit homosexuellen Eltern geht es nicht schlechter als Kindern mit heterosexuellen Eltern. Teilweise geht es den Kindern sogar besser.

Die Ehe für alle ist eine gute Nachricht - auch für Kinder. Hier sind fünf Gründe, warum das so ist:

1. Die Kinder sind gesünder

Eine australische Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass Kinder mit gleichgeschlechtlichen Eltern gesünder sind. Die Forscher um Simon Crouch vom Jack Brockhoff Child Health and Wellbeing Program der University of Melbourne untersuchten 315 Paare mit insgesamt 500 Kindern. Dabei waren rund 80 Prozent der Paare lesbisch und etwa 20 Prozent schwul.

Die Wissenschaftler verglichen die Daten der Kinder mit denen der Normalbevölkerung. Daraus ergab sich: Die Kinder gleichgeschlechtlicher Paare sind im Durchschnitt gesünder als andere Kinder.

Das liege zum einem daran, dass Kinder von homosexuellen Eltern häufiger geimpft seien, behaupten die Forscher. Außerdem zeige die Tatsache, dass selbst männliche Paare ihren Babys Muttermilch gäben, dass ihnen die Gesundheit sehr am Herzen liege.

2. Die Familienzusammenhalt ist größer

Noch ein positives Ergebnis konnte die Studie aus Melbourne vermelden: Der Familienzusammenhalt ist bei homosexuellen Paaren im Durchschnitt größer als bei heterosexuellen.

Frühere Ergebnisse hätten gezeigt, dass die Arbeitsteilung bei homosexuellen Paaren gerechter sei. Vermutlich trage das dazu bei, dass der Familienzusammenhalt bei diesen Paaren gestärkt sei.

3. Kinder sind autonomer

Auch eine repräsentative Studie unter Leitung des bayerischen Staatsinstituts für Familienforschung an der Universität Bamberg hat mit Vorurteilen gegen homosexuelle Paare mit Kindern aufgeräumt. Auch ihr Ergebnis: Zwischen homosexuellen und heterosexuellen Paaren gibt es in dieser Hinsicht keine Unterschiede.

In einige Bereichen schneiden Kinder gleichgeschlechtlicher Eltern sogar besser ab. Die Kinder seien etwa autonomer in der Beziehung zu ihren Eltern. Sie würden mit dem Partner ihres leiblichen Elternteils mehr sprechen als Kinder eines heterosexuellen Paares.

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Die stellvertretende Leiterin des Staatsinstituts für Familienforschung, Marina Rupp, erklärte das gegenüber dem "Ärzteblatt" mit der "besonderen Energie", die gleichgeschlechtliche Eltern bei der Erziehung aufwenden würden:

"Die Eltern in Regenbogenfamilien sind sehr um das Kindeswohl bemüht, ihr Hintergrund und eigene Erfahrungen schärfen ihr Bewusstsein. Sie bringen viel Energie auf, um gut über ihre Kinder informiert zu sein, und versuchen sehr genau hinzuschauen, was mit ihnen passiert."

4. Kinder verfügen über ein größeres Selbstwertgefühl

Eine weitere bemerkenswerte Entdeckung der Studie aus Bamberg: Heranwachsende aus sogenannten Regenbogenfamilien hätten ein höheres Selbstwertgefühl als Kinder aus herkömmlichen Familien.

Dies sei ein Resultat einer intensiven Eltern-Kind-Beziehung, vermutet Rupp gegenüber dem "Ärzteblatt":

"Die Eltern sind sich ihrer speziellen Situation sehr bewusst und auch der Anforderungen, denen sie ihre Kinder aussetzen. Sie denken sehr viel darüber nach, wie sie ihre Kinder vorbereiten und unterstützen können, und erklären ihnen, dass es verschiedene Lebensformen gibt. Das fördert das Selbstwertgefühl und die Toleranz."

Das ist nicht selbstverständlich. Die australische Studie fand auch heraus, dass Kinder teilweise unter der Vorverurteilung ihrer homosexuellen Eltern leiden. Manche Kinder berichteten den Wissenschaftler von enormen emotionalen Problemen.

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5. Homosexuelle Paare mit Kindern werden Normalität

Auch aus diesem Grund ist die Ehe für alle eine gute Nachricht. Denn mit der Entscheidung des Bundestags werden gleichgeschlechtliche Paar nun endlich im Gesetz vollständig gleichgestellt.

Die gesellschaftliche Stigmatisierung von homosexuellen Paaren sollte daher abnehmen - und das Bild eines schwulen oder lesbischen Pärchens mit einem Kind mehr und mehr Normalität werden.

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