Die Frau dachte, sie hätte Sonnenbrand - doch Schuld an der Verbrennung ist eine weit verbreitete Pflanze

Veröffentlicht: Aktualisiert:
RIESENBRENKLAU
Eine auch in Deutschland weit verbreitete Pflanze verursachte schwere Verbrennungen an Julie Niesbets Beinen. | Julie Nisbet / Twitter & iStock
Drucken
  • Eine 34-jährige Britin hat schlimme Verbrennungen erlitten
  • Sie dachte zunächst, sie hätte einen Sonnenbrand
  • Doch Schuld war eine Pflanze, die auch in Deutschland weit verbreitet ist

Rot leuchtende Haut, Brandblasen und schreckliche Schmerzen - als die Britin Julie Nisbet nach 21 Stunden in der Sonne diese Symptome an ihren Unterschenkeln feststellte, tippte sie zunächst auf einen Sonnenbrand.

Erst als die Schmerzen immer größer wurden und sie zu recherchieren begann, erkannte sie, dass der Grund der Verbrennungen eine weit verbreitete Pflanze war: Der Riesenbärenklau.

Ihre Haut war 21 Stunden der Sonne ausgesetzt

Die 34-Jährige aus Durham hatte an einem Lauf entlang des Hadrianswalls, der England und Schottland trennt, teilgenommen. Während des insgesamt 111 Kilometer langen Laufes war ihre Haut der Sonne insgesamt 21 Stunden ausgesetzt - daher vermutete Nisbet zunächst einen Sonnenbrand.

Mehr zum Thema: Die fünf besten Mittel gegen Sonnenbrand

"Ich hatte vor dem Start Sonnencreme aufgetragen, aber während des Laufes nicht noch mal nachgeschmiert", sagte sie der britischen Zeitung "Daily Mail". "Der Schweiß und das Laufen durch Bäche haben den letzten Rest wahrscheinlich heruntergewaschen."

So erklärte sie sich selbst, weshalb nur ihre Beine und nicht auch der restliche Körper so schlimm verbrannt waren. Die Mutter zweier Kinder bandagierte ihre heftig schmerzenden Beine - doch die Schmerzen wurden immer stärker.

Bald zeigten sich kleine Brandblasen, die für einen Sonnenbrand eher ungewöhnlich sind.

Doch erst, als diese auf bedenkliche Größe anwuchsen, suchte Nisbet schließlich einen Arzt auf.

Durch Medienberichte wurde Nisbet schließlich auf die Gefahren des hochgiftigen Riesenbärenklaus aufmerksam.

Auch in Deutschland ist der Riesenbärenklau verbreitet

Diese Pflanze, die ursprünglich aus dem Kauskasus stammt, ist auch in Deutschland weit verbreitet. Besonders in den Sommermonaten entfaltet sie ihre giftige Wirkung.

“Der Pflanzensaft enthält Kontaktgifte, die den natürlichen UV-Schutz der Haut außer Kraft setzen”, warnt Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU).

Mehr zum Thema: Achtung Lebensgefahr: Diese Pflanzen solltet ihr nicht in der Wohnung haben, wenn ihr Kinder habt

Daher sollte das Gewächs insbesondere bei Sonnenschein nicht berührt werden. Gartenbesitzer sollten einen Schutzanzug und eine Schutzbrille tragen, wenn sie das Gewächs entfernen wollen.

Idealerweise sollte der Himmel zu diesem Zeitpunkt bedeckt oder die Sonne bereits untergegangen sein - so lassen sich Reaktionen mit dem UV-Licht vermeiden.

Bei Hautreaktionen sollte ein Arzt aufgesucht werden

Kommt es dennoch zu einem versehentlichen Kontakt mit dem Riesenbärenklau, sollte sofort ein schattiger Ort aufgesucht werden. “Danach empfiehlt es sich, die betroffenen Hautstellen rasch mit Wasser und Seife abzuwaschen - besser noch mit Spiritus”, sagte Huml der dpa. Bei eventuellen Hautreaktionen sollte der Betroffene sofort einen Arzt aufsuchen.

Vor allem draußen spielende Kinder sind gefährdet und Eltern sollten sie daher mit dem Aussehen der Pflanze vertraut machen.

riesenbärenklau

Die unkrautartig wuchernde Pflanze tritt zumeist in feuchten und nicht bewirtschafteten Böden auf. Vor allem im Wald sollte man daher Vorsicht walten lassen. Charakteristisch sind die großen weißen Blütendolden sowie die dicht behaarten purpurn gefleckten Stängel. Die Pflanze kann innerhalb weniger Wochen eine Höhe von drei bis vier Metern erreichen.

Julie Nisbet dürfte aus ihrer Erfahrung jedenfalls gelernt haben. Am Dienstag konnte sie immerhin auf Twitter verkünden: “Ich bin auf dem Weg der Besserung.”

mit Material von dpa

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(lk)

Korrektur anregen