Ein Umweltaktivist erklärt, warum Plastikmüll eine größere Bedrohung als der Klimawandel ist

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PLASTIC OCEAN
Gerade wenn der Plastik im Meer landet, schadet er uns Menschen. | MBPROJEKT_Maciej_Bledowski via Getty Images
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  • Jede Minute kaufen die Menschen weltweit eine Million Plastikflaschen
  • Viele der Behälter landen im Meer
  • Ein Umweltaktivist warnt nun mit einem drastischen Vergleich

Weltweit gehen eine Million Plastikflaschen über den Verkaufstresen - jede Minute. Und damit nicht genug: Bis ins Jahr 2021 soll die Zahl um ganze 20 Prozent zunehmen, berichtet die britische Zeitung "The Guardian".

Für jeden Umweltschützer ist das eine Hiobsbotschaft.

So auch für Hugo Tagholm.

Der Aktivist der Gruppe "Surfers Against Sewage" (Surfer gegen den Müll) erklärt gegenüber der britischen Zeitung, das Plastik-Problem sei für die Umwelt und die Menschheit mittlerweile eine größere Bedrohung als der Klimawandel.

Denn: "Die Forschung zeigt, dass Plastik in der Nahrungskette nicht aufgenommen werden kann. Wenn Lebewesen das Plastik verschlucken, dann gelangen so im Plastik enthaltene Giftstoffe schlussendlich auf unseren Teller".

Laut dem "Guardian" gibt es vor allem einen Grund, dass immer mehr Plastikflaschen verkauft werden: Weltweit gebe es eine zunehmende Nachfrage nach in Flaschen abgefülltem Wasser. Vor allem Menschen in China und anderen Ländern Asiens wollen nicht auf sauberes Wasser verzichten.

Brücke in Richtung Sonne - aus Flaschen

Die Folgen sind dramatisch: Würde man alle Plastikflaschen, die im Jahr 2016 auf der ganzen Welt verkauft wurden, aneinanderreihen, dann entspräche das der Hälfte des Weges zwischen der Erde und der Sonne.

Eigentlich müsste das keine schlechte Nachricht sein: Denn die meisten Flaschen sind aus PET gefertigt. Der Kunststoff lässt sich gut recyceln. Aber die Menschen kaufen so viele Flaschen, dass es immer schwieriger wird, alle einzusammeln und das PET erneut zu verwenden.

Zu wenig Recycling

Weniger als die Hälfte der 2016 verkauften Flaschen fanden den Weg in eine Recycling-Stelle, berichtet der "Guardian". Und nur gerade sieben Prozent der eingesammelten Flaschen wurden recycelt und das gewonnene Material erneut als Flaschen verwendet.

Der restliche Plastik-Müll landet auf Müllhalden - oder im Meer. Zwischen fünf und 13 Millionen Tonnen Plastik enden jedes Jahr im Ozean. Dort wird der Müll von den Gezeiten zerkleinert.

Vögel, Fische und andere Meeresorganismen nehmen die Plastik-Teile mit der Nahrung auf. So kommt der Müll dann auch auf unseren Teller.

Wo die Politiker auf der ganzen Welt (mit Ausnahme des US-Präsidenten) gegen den Klimawandel kämpfen, tun sie noch zu wenig gegen die Plastikmüll-Schwemme.

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(ben)

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