"Keine Bühne für Hetz-Reden": Martin Schulz will Erdogan nicht in Deutschland auftreten lassen

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ERDOGAN
Martin Schulz will nicht, dass Präsident Erdogan in Deutschland auftritt. | Anadolu Agency via Getty Images
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  • Der türkische Präsident Erdogan plant laut einem Medienbericht, nach dem G20-Gipfel im Juli vor Unterstützern in Deutschland zu sprechen
  • Martin Schulz will Erdogan Großkundgebungen in Deutschland verbieten

Der türkische Präsident Recep Tay­yib Er­do­gan kommt diesen Juli zum G20-Gipfel nach Hamburg - und will danach offenbar vor tausenden seiner Anhänger auftreten.

Er­do­gan suche derzeit über ver­schie­de­ne Agen­tu­ren nach einer Halle oder einem Sta­di­on für den Auftritt, berichtet die Zeitung "Bild".

Geht es nach SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, soll es nicht so weit kommen. Der Sozialdemokrat will verhindern, dass Erdogan in Deutschland an einer Großkundgebung vor seinen Anhängern sprechen kann.

"Aus­län­di­sche Po­li­ti­ker, die un­se­re Werte zu Hause mit Füßen tre­ten, dür­fen in Deutsch­land keine Bühne für Hetz-Re­den haben", sagte er zur "Bild".

Klare Haltung statt Brandschutz-Ausrede

Denn: "Ich will nicht, dass Herr Er­do­gan, der in der Tür­kei Op­po­si­tio­nel­le und Jour­na­lis­ten ins Ge­fäng­nis steckt, in Deutsch­land Groß­ver­an­stal­tun­gen ab­hält."

Es gehe bei solchen Auftritten nicht um den Brandschutz in den Hallen oder die Zahl der verfügbaren Parkplätze. Stattdessen müsse man dafür sorgen, dass Er­do­gan nicht "die in­nen­po­li­ti­schen Kon­flik­te in der Tür­kei nach Deutsch­land trägt".

In der Vergangenheit hatten mehrere Länder und Kommunen die Auftritte türkischer Politiker zu Wahlkampfzwecken - etwa zur umstrittenen Verfassungsänderung - abgesagt. Sie begründeten das meist mit Sicherheitsbestimmungen.

Doch Schulz wolle nicht, dass die Bundesregierung die Städte im Stich lasse. "Ich finde, es braucht jetzt klare Kante."

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(ben)

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