"Ihr Schein-Staat ist gefallen": Irakische Truppen erringen Sieg gegen IS-Milizen in Mossul

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MOSUL MOSQUE
"Ihr Schein-Staat ist gefallen": Irakische Truppen erringen Sieg gegen IS-Milizen in Mossul | AHMAD AL-RUBAYE via Getty Images
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  • Im Kampf gegen die Terrormiliz IS kann die irakische Armee weitere Erfolge vorweisen
  • Am Donnerstag nahm das Militär die symbolträchtige GroĂźe Moschee in der Altstadt von Mossul ein
  • Da der IS auch in Syrien zunehmend unter Druck gerät, könnte der Fall des "Kalifats" nahe sein - und damit die Terrorgefahr im Westen steigen

Das Ende der Schlacht um die irakische IS-Hauptstadt Mossul steht unmittelbar bevor. Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben irakische Regierungskräfte die symbolträchtige Große Moschee in der Altstadt eingenommen.

Anti-Terror-Einheiten der Armee setzten ihren Vormarsch gegen den IS weiter fort, erklärte ein Militärsprecher am Donnerstag im irakischen Fernsehen. Weiter sagte er: "Ihr islamischer Schein-Staat gefallen."

Auch der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi äußerte sich euphorisch. Er schrieb auf Twitter: "Wir sehen das Ende des fingierten Daesch-Staates, die Befreiung von Mossul beweist das." In einem weiteren Tweet erklärte er: "Wir werden Daesch weiter bekämpfen, bis der letzte von ihnen getötet oder zur Rechenschaft gezogen wurde."

Irakische Sicherheitskräfte hatten im Oktober eine Offensive auf die nordirakische IS-Hochburg begonnen. Mittlerweile kontrollieren die Dschihadisten nur noch wenige Viertel der dicht bewohnten Altstadt.

Klar ist: Die Moschee hat immense symbolische Bedeutung fĂĽr den IS.

Denn vor fast genau drei Jahren hatte sich IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi in der jahrhundertealten Moschee bei einer Freitagspredigt erstmals öffentlich gezeigt und das "Kalifat" ausgerufen.

Moschee mit symbolischer Bedeutung fĂĽr den IS

Einige Beobachter hatten bereits die Sprengung der symbolträchtigen Großen Moschee Mitte Juni als Anfang des Endes des "Kalifats" und als Eingeständnis der Niederlage gesehen. Allerdings ist nicht vollständig geklärt, ob der IS tatsächlich das Gotteshaus selbst zerstört hat.

Auch in Syrien steht der IS mit dem Rücken zur Wand. Das klingt nach einem großen Erfolg im Kampf gegen Terror. Tatsächlich aber kann die Gefahr für Anschläge im Westen deutlich steigen.

Terrorexperte: "Ich erwarte Angriffe in Europa"

"Ich erwarte Angriffe in Europa - sowohl von Leuten die sich hier über Social Media radikalisiert haben als auch von Rückkehrern", sagt der Terrorexperte und Journalist Shams Ul-Haq im Gespräch mit der HuffPost.

"Diese Leute verfolgen die Strategie 'Was wir dort verloren haben, wollen wir jetzt hier aufbauen.' Viele Deutsche, Schweizer und Österreicher, die in Syrien und im Irak lange gekämpft haben, wollen hier Unruhe stiften", warnt Ul-Haq.

Ihm zufolge wird der IS "alle Tricks" anwenden, um die Leute zu Attacken zu bewegen.

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