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29/06/2017 10:37 CEST | Aktualisiert 29/06/2017 10:37 CEST

Der Geburtsmonat kann chronische Krankheiten im Erwachsenenalter beeinflussen

Pekic via Getty Images
Umwelteinflüsse während der Schwangerschaft können das Risiko für chronische Krankheiten beim Kind erhören

  • In welchem Monat wir zur Welt kommen, kann unser Leben beeinflussen - das zeigen verschiedene Studien

  • Grund: Umwelteinflüsse während der Schwangerschaft können das Risiko für chronische Krankheiten beim Kind erhören

  • Schon frühere Studien waren zu ähnlichen Ergebnissen gekommen, wie das Video oben zeigt

Welche Auswirkungen die Geburtszeit auf das Leben hat, damit beschäftigt sich die Astrologie. Der Bereich ist deshalb oft das belächelte Stiefkind der Wissenschaften.

Aber in den vergangenen Jahren sind verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen zu dem Schluss gekommen, dass der Zeitpunkt der Geburt tatsächlich einen bedeutenden Einfluss auf das späteres Leben haben soll. Auch eine neue Studie aus Spanien kommt zu einem solchen Ergebnis.

Daten von fast 30.000 Menschen ausgewertet

Für die aktuelle Untersuchung werteten die Wissenschaftler aus Spanien Daten von mehr als 29.000 Menschen aus.

Die Wissenschaftler der Universität Alicante haben dabei einen Zusammenhang zwischen dem Geburtsmonat und dem Risiko für 27 verschiedene chronische Krankheiten festgestellt.

Die Ergebnisse der Arbeit wurden in der Fachzeitschrift "Medicina Clinica“ veröffentlicht.

Wieso es einen Zusammenhang zwischen Geburtsmonat und Anfälligkeit für Krankheiten gibt

“In dieser Studie haben wir einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Geburtsmonat und dem Auftreten verschiedener chronischer Krankheiten und langfristiger gesundheitlicher Probleme nachgewiesen“, sagte Studienautor, Professor Jose Antonio Quesada, der britischen Zeitung "Express" zufolge.

Die Unterschiede sind unter anderem dadurch erklärbar, dass die UV-Strahlung im Laufe des Jahres unterschiedlich hoch ist. Dies hat Einfluss auf den Vitamin-D-Spiegel.

Außerdem sind Schwangere und die Föten im Winter zum Beispiel öfter Viren ausgesetzt, die Auswirkungen auf die Gesundheit von Mutter und Kind haben. In anderen Jahreszeiten sind Allergien häufiger.

Der Monat der Geburt ist also “ein Indikator für die frühe Aussetzung verschiedener Faktoren (...), die einen Effekt auf die Entwicklung des Neugeborenen im Uterus und in den ersten Monaten ihres Lebens haben können”.

Die Studienautoren schreiben aber auch: "Es bedarf spezifischer Studien, um die Zusammenhänge besser verstehen zu können.“

Unterschiedliche Anfälligkeiten bei den Geschlechtern

Das Forscherteam stellte nach eigenen Angaben auch klare Unterschiede zwischen Männern und Frauen fest.

Die Auswertung der Daten zeigte demnach, dass “es eine unterschiedliche Anfälligkeit bei Männern und Frauen geben könnte, wenn sie früh diesen unterschiedlichen Faktoren ausgesetzt sind”, sagte Professor Jose Antonio Quesada.

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Männliche Babys, die im August geboren wurden, zeigten zum Beispiel ein fast doppelt so hohes Risiko, an Asthma zu erkranken, als diejenigen, die am Anfang eines Jahres auf die Welt kamen.

Männer, die im September geboren wurden, hatten im Vergleich zu den im Januar geborenen, dreimal häufiger Schilddrüsenprobleme.

Im Juni geborene Jungen ein um 34 Prozent geringeres Risiko, an Depressionen zu erkranken. Außerdem plagten sie um 22 Prozent seltener Rückenschmerzen.

September-Kinder mit dem geringsten Risiko

Frauen, die im Juni geboren wurden, hatten ein 33 Prozent geringeres Risiko, Migräne zu bekommen. Darüber hinaus war es weniger wahrscheinlich, dass sie unter Gesundheitsproblemen wegen der Wechseljahre leiden.

Juli-Mädchen zum Beispiel haben eine um 27 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, später an Bluthochdruck zu leiden. Ihre Anfälligkeit für Inkontinenz war um 40 Prozent höher.

Insgesamt scheint es so, als haben im September-Geborene das geringste Risiko für chronische Krankheiten.

Die folgende Liste fasst die Ergebnisse der Anfälligkeiten knapp zusammen

Es gibt einen Überblick, über die Anfälligkeiten nach Geburtsmonat, die die spanische Studie herausgearbeitet hat.

Der Geburtsmonat muss jedoch nicht zwangsläufig Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Die Forscher stellten lediglich fest, dass die statistische Wahrscheinlichkeit für manche chronische Krankheiten bei Menschen, die in bestimmten Monaten geboren werden, höher als bei anderen ist.

Januar

Männer: Verstopfung, Magengeschwüre, Untere Rückenschmerzen

Frauen: Migräne, Probleme in den Wechseljahren, Herzinfarkt

Februar

Männer: Schilddrüsenerkrankungen, Herzerkrankungen, Arthritis

Frauen: Arthritis, Schilddrüsenerkrankungen, Blutgerinsel

März

Männer: Katarakte (Trübung der Augenlinse), Herzprobleme, Asthma

Frauen: Arthritis, Rheuma, Verstopfung

April

Männer: Asthma, Osteoporose, Schilddrüsenerkrankungen

Frauen: Osteoporose, Tumore, Bronchitis

Mai

Männer: Depressionen, Asthma, Diabetes

Frauen: Chronische Allergien, Osteoporose, Verstopfung

Juni

Männer: Herzleiden, Katarakte, chronische Bronchitis

Frauen: Inkontinenz, Arthritis, Rheuma

Juli

Männer: Arthritis, Asthma, Tumore

Frauen: Chronische Nackenschmerzen, Asthma, Tumore

August

Männer: Asthma, Osteoporose, Schilddrüsenerkrankungen

Frauen: Blutgerinsel, Arthritis, Rheuma

September

Männer: Asthma, Osteoporose, Schilddrüsenerkrankungen

Frauen: Osteoporose, Schilddrüsenerkrankungen, bösartige Tumore

Oktober

Männer: Schilddrüsenerkrankungen, Osteoporose, Migräne

Frauen: Hohes Cholesterin, Osteoporose, Blutarmut

November

Männer: Chronische Hautkrankheiten, Herzleiden, Schilddrüsenerkrankungen

Frauen: Verstopfung, Herzinfarkt, Krampfadern

Dezember

Männer: Katarakte, Depressionen, Herzleiden

Frauen: Chronische Bronchitis, Asthma, Blutgerinsel

Geburtszeitpunkt hat Einfluss auf das spätere Leben

Forscher der University of Cambridge hatten schon im vergangenen Jahr berichtet, dass der Geburtsmonat die Gesundheit signifikant beeinflusst.

Laut den britischen Wissenschaftlern sind im Sommer geborene Kinder bei der Geburt etwas schwerer. Außerdem setzt bei den Mädchen die Pubertät später ein. Beide Faktoren haben laut den Experten Auswirkungen auf die Gesundheit.

Es gibt aber auch einen deutlichen Einfluss des Geburtsmonats auf das Krankheitsrisiko. Dies haben Wissenschaftler der New Yorker Columbia-Universität herausgefunden, nachdem sie Daten von 1,7 Millionen Menschen ausgewertet haben.

Der Zusammenhang mit dem Geburtsmonat soll demnach auch bei 55 Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma oder ADHS erkennbar sein.

monat krankheit

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