Mobbing und unfaire Bewerbungsprozesse: Behinderte berichten davon, wie sie im Beruf diskriminiert werden

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Behinderte erleben am Arbeitsplatz teilweise Mobbing. | shapecharge via Getty Images
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  • Menschen mit Behinderung sehen sich immer wieder mit Diskriminierung konfrontiert
  • So fehlt es am Arbeitsplatz etwa an Rampen und Hinweisschildern in Blindenschrift
  • Das macht der neue Diskriminierungsbericht der Bundesregierung deutlich

Für eine ausgeschriebene Stelle Qualifizierte werden nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Arbeitskollegen mobben die Betroffenen: Menschen mit Behinderungen sehen sich immer wieder mit Diskriminierungen im Arbeitsleben konfrontiert. Das zeigt der Diskriminierungsbericht der Bundesregierung deutlich, der heute Donnerstag vorgestellt wird.

"Gerade in der Privatwirtschaft bestehen noch viele Barrieren für Menschen mit Behinderungen“, kritisierte Verena Bentele in der "Passauer Neuen Presse“ die Situation in Deutschland. Bentele ist die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen. 720 Beschwerden erhielt sie im vergangenen Jahr von Betroffenen.

Fehlende Rampen sind eine Form der Diskriminierung

Oftmals fehle es auch an einer behindertengerechten Ausstattung der Arbeitsplätze, so Bentele. Sie fordert: "Das Verweigern von angemessenen Vorkehrungen“ – etwa Rampen, breiteren Türen oder Hinweisschildern in Blindenschrift – "muss als eine Form der Diskriminierung in das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz aufgenommen werden“.

Der Bericht zeigt: Nicht nur im Arbeitsleben begegnen Behinderte immer wieder Diskriminierung. So richteten sich 1100 Betroffene an Bentele und berichteten davon, von privaten Dienstleistungen ausgeschlossen zu werden, etwa von Unfall-, Lebens- oder Krankenversicherungen.

Auch Banken, Behörden und Ämter sind betroffen

Auch bei der Eröffnung eines Bankkontos oder im Umgang mit Behörden und Ämtern erlebten Behinderte zu oft nicht die gleiche Behandlung wie Menschen ohne Behinderung.

Betroffenen rät Bentele, die Schlichtungsstelle der Bundesregierung einzuschalten, die seit Beginn des Jahres für Diskriminierungsfälle zuständig ist.

"Wer zum Beispiel Probleme hat, als Rollstuhlnutzer mit Freunden in ein Restaurant zu gehen, weil es keine Rampe gibt, oder im Hotel sein Zimmer schwer findet, weil es an Schildern mit Brailleschrift mangelt, sollte bei der Schlichtungsstelle Hilfe erhalten können.“

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