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29/06/2017 19:35 CEST | Aktualisiert 29/06/2017 20:16 CEST

Die AfD gibt sich als Öko-Partei - doch ein Blick ins Programm entlarvt die Lüge

Wolfgang Rattay / Reuters
"Braun ist das neue Grün": Die AfD gibt sich als Öko-Partei - doch ein Blick ins Programm entlarvt alles

  • Die AfD ist bisher mit vielem aufgefallen - ökologische Themen aber waren eher unterrepräsentiert

  • Sachsen-Anhalts AfD-Chef Poggenburg startet jetzt eine Öko-Offensive

  • Dass das mehr Schein als Sein ist, verrät bereits ein kurzer Blick ins Parteiprogramm

Bisher wählen Klima-, Tier- und Umweltschützer hierzulande wohl vor allem die Grünen oder die Tierschutzpartei.

Doch nun gibt es eine neue Alternative, um diese Themen stärker in die Gesellschaft zu tragen - die AfD. Richtig gelesen. Denn der sachsen-anhaltinische Landeschef André Poggenburg hat am Donnerstag auf Twitter eine Öko-Offensive seiner Partei ausgerufen.

Aus seiner Sicht würden die oben genannten Parteien gar keine richtige Umweltpolitik machen. Deswegen sei die "reale Natur- und Tierschutzpolitik" der AfD nötig.

Die innovative Devise der Rechtspopulisten: "Wer real Grün will, muss Blau wählen!"

"Die spinnen, die Grünen"

Das Grünen-Bashing ist in der AfD offenbar in Mode. Spitzenkandidat Alexander Gauweiler hatte sich vor etwas mehr als einer Woche auch noch mit abfälligen Bemerkungen über die Grünen zitieren lassen: "Im Wahlprogramm der Grünen ist so gut wie kein gesunder Menschenverstand zu finden."

Wohlgemerkt unter dem Slogan: "Die spinnen, die Grünen!"

"Braun ist das neue Grün?"

Die ersten Reaktionen auf den vermeintlichen Kurswechsel sind noch verhalten. So fragt ein Nutzer, der die AfD weniger mit dem Blau ihres Logos als mit dem Braun der Nazis assoziiert: "Braun ist das neue Grün?"

Für Poggenburg kein Widerspruch. Auf Facebook schreibt er: "Wir stehen ja aber auch für Heimat- und Landschafts- sowie Tierschutz. Da gehören 'reale grüne Themen' natürlich dazu."

Und wie die AfD dazu steht! Das zeigt ein Blick ins Bundestagswahlprogramm der Partei. Zusammenfassen lassen sich die Forderungen folgendermaßen:

  • Atomausstieg zurücknehmen und die Akw-Laufzeiten verlängern

  • Klimaerwärmung von Menschenhand ist Propaganda

  • Pariser Klimaabkommen kündigen

  • Erneuerbare-Energien-Gesetz und damit die Energiewende zurücknehmen

Wer es praktischer mag, schaut in die neueste Ausgabe der Parteizeitung "Blauer Aufbruch" der AfD-Sachsen-Anhalt: "Sogenannte Umweltschützer behindern den Autobahnbau im Land".

Deutlicher kann man nicht zeigen, dass Propaganda und Plan nichts miteinander zu tun haben.

Mehr zum Thema: Interne Chatprotokolle zeigen, wie die AfD das Land in Nazi-Manier umwandeln will

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(sk)

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