"Kommt eh nichts bei raus": Grünen-Politiker Ströbele packt im Bundestag frustriert seine Sachen

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  • Grünen-Politiker Ströbele regt sich bei der Fragestunde des Bundestags über die Antworten der Regierung auf
  • Frustriert erklärt er irgendwann: "Gut, kommt eh nichts bei raus"

Nur noch wenige Tage bleiben Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele im Bundestag. Der 78-Jährige sitzt nun seit mehr als 30 Jahren im Parlament, nach dieser Legislaturperiode will er in den Ruhestand gehen.

Doch die politische Leidenschaft hat der Alterspräsident des Bundestags noch lange nicht verloren.

Das zeigte er auch am Mittwoch bei der Fragestunde im Bundestag. Ströbele war so frustriert über die für ihn unzureichenden Antworten der Regierung, dass er kurz aus der Rolle fiel.

Vom Staatssekretär Günter Krings wollte Ströbele Details zum Fall des Terroristen Anis Amri erfahren. Doch CDU-Mann Krings wich aus – wiederholte einmal mehr Aussagen, die die Bundesregierung in ähnlichem Wortlaut bereits mehrfach getroffen hatte.

Als die Parlamentspräsidentin Ströbele auch noch darauf hinwies, dass die Zeit der Fragestunde abgelaufen sei, polterte der: "Gut, kommt sowieso nichts bei raus.“ Und packte symbolisch seine Sachen zusammen.

Die Szene sorgte sogar bei den Regierungsvertretern für Erheiterung.

Ströbele hatte wissen wollen, was hinter dem Bericht der "Welt“ steckt, nach dem Anis Amri mit einem Libyer namens Abu Baara al-Iraki in Kontakt gestanden hatte.

Doch Krings wehrte ab: Es sei etwas anderes, wenn eine Zeitungen Behauptungen anstelle, oder die Regierung etwas verlauten lasse.

Ströbele war damit nicht zufrieden – und durfte am Ende sogar doch noch eine zusätzliche Frage stellen. Die Hartnäckigkeit, mit der sich der scheidende Grünen-Abgeordnete während seiner Laufbahn einen Namen gemacht hatte, zahlte sich so zumindest am Mittwoch teilweise aus.

Sogar Diskussions-Gegner Krings musste zwischendurch lächeln – und sprach Ströbele seine tiefe Wertschätzung aus.

Zufrieden sein wird der Grünen-Politiker damit aber nicht: Die Verschwiegenheit der Bundesregierung konnte Ströbele nicht durchbrechen. Kurz darauf verließ er den Plenarsaal.

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(ll)

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