Medienstreit in den USA eskaliert: In einer Pressekonferenz des Weißen Hauses platzt einem Reporter der Kragen

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Die Pressesprecherin des Weißen Hauses Sarah Huckabee ließ kein gutes Haar an den Medien. | Kevin Lamarque / Reuters
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  • Während einer Pressekonferenz im Weißen Haus hat ein Reporter mit der Pressesprecherin Huckabee gestritten
  • "Playboy"-Korrespondent Brian Karem wollte den "Fake News"-Vorwurf nicht länger auf sich sitzen lassen

Die Beziehungen zwischen Donald Trumps Beraterstab und den US-Medien sind angespannt. Während einer Pressekonferenz am Dienstag kam es zu einem hitzigen Wortgefecht zwischen “Playboy”-Reporter Brian Karem und der stellvertretenden Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee.

Huckabee ließ zunächst eine regelrechte Tirade auf die “verlogenen” Medien los, die “andauernd über falsche Dinge berichten, um dem US-Präsidenten zu schaden”.

Und das war nicht alles: “Ich denke, dass wir an einen Punkt angelangt sind, an dem wir den Medien nicht mehr vertrauen können. Das ist eine bedrohliche Entwicklung für Amerika”, erklärte Huckabee.

Da platzte dem "Playboy"-Korrespondenten der Kragen: “Wenn wir als Journalisten einen Fehler machen, können sich unsere Leser von uns abwenden. Wir sind austauschbar”, entgegnete Brian Karem. Er schreibt für das Magazin “Playboy”.

“Ihr dagegen wurdet für vier Jahre gewählt, es gibt keine andere Option", sagte er. “Wir sind hier um Fragen zu stellen und Sie sind hier, um sie zu beantworten."

Der Ausschnitt der Pressekonferenz verbreitete sich schnell über die sozialen Medien.

Mehr zum Thema: Wie liberale US-Medien versuchen, Donald Trump loszuwerden – und rechte Medien ihn retten wollen

CNN räumt Fehler bei der Berichterstattung ein

Hintergrund von Huckabees Ausfällen war ein Artikel des US-Senders CNN. Unter Berufung auf nur eine anonyme Quelle hatte Autor Thomas Frank darüber berichtet, dass Finanzmogul Anthony Scaramucci ins Visier der Russland-Ermittler geraten sei.

CNN musste den Artikel allerdings zurückziehen. Er habe nicht den journalistischen Standards entsprochen, hieß es von Seiten des Senders. Die Vorwürfe ließen sich nicht halten. Frank, sowie die Redakteure Eric Lichtblau und Lex Haris kündigten in Folge des Skandals.

Auf eben diesen Vorfall bezog sich Huckabee - und fällte ein pauschales Urteil über die gesamte liberale Presse der USA. "Playboy"-Reporter Karem erwiderte zurecht, dass Journalisten Fehler unterliefen - und ihren Job verlieren könnten. Die US-Regierung dagegen werde so schnell nicht aus dem Amt vertrieben werden.

Rechenschaft ist ein Fremdwort für Trumps Beraterstab

Die Situation zwischen Presse und Regierung war in den vergangenen Tagen äußerst angespannt. Das Weiße Haus hatte die Benutzung von Kameras während der Pressekonferenzen untersagt. Einige Medien ließen daher Gerichtszeichner ein Bild nach draußen schicken.

US-Präsident Donald Trump weicht unterdessen nicht von seiner alten Linie ab. Nach wie vor teilt der Präsident Texte und Tweets des konservativen US-Senders Fox News - und zieht über alle anderen Medienhäuser her.

Zuletzt traf sein Zorn mal wieder die “New York Times”.

“Die versagende ‘New York Times’ schreibt eine gefälschte Geschichte nach der anderen über mich. Sie machen sich nicht mal die Mühe, mich anzurufen, um den Wahrheitsgehalt einer Geschichte zu überprüfen. Sie ist nicht nur falsch, sondern auch ein Witz”, schrieb Trump am Dienstag.

Mehr zum Thema: Die "New York Times" hat jede Lüge von Trump aufgezählt - so erschreckend lang ist die Liste

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(ll)

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