Ehe für alle: Ex-Minister Hans-Peter Friedrich fürchtet "Auflösung der Gesellschaft"

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HANSPETER FRIEDRICH
Ehe für alle: Ex-Minister Hans-Peter Friedrich fürchtet die Auflösung der Gesellschaft | Getty
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  • Ex-Minister Hans-Peter Friedrich hat sich in die Debatte über die Ehe für alle eingebracht
  • Sollte diese eingeführt werden, befürchtet er die "Auflösung der gesellschaftlichen Ordnung"
  • Für seine Behauptung erntet der CSU-Politiker deutliche Kritik

Hans-Peter Friedrich war Innen- und Agrarminister. Friedrich ist gläubig, verheiratet und hat drei Kinder; seit 1974 ist er CSU-Mitglied.

Kurz gesagt: Friedrich ist ein Bilderbuch-Konservativer.

Jetzt hat sich der Ex-Minister zur bevorstehenden Abstimmung über die Ehe für alle zu Wort gemeldet - mit einer absurden Befürchtung.

Friedrich: "Wundern Sie sich nicht, wenn das Pendel irgendwann zurückschlägt"

"Manche machen Wahlkampf. Andere machen Politik", schrieb der grüne Lokalpolitiker Pascal Striebel am Mittwoch auf Twitter. Darauf Friedrich: "Richtig, es geht um die Auflösung der gesellschaftlichen Ordnung."

Friedrich lieferte sich auch mit Christina Kampmann, der Familienministerin in NRW, einen Schlagabtausch auf Twitter. "Am Montag wacht die SPD auf und merkt, dass sie schon wieder ein Wahlkampfthema verloren hat", schrieb Friedrich.

"Manchen geht es eben um die Durchsetzung von Inhalten. Aber das müssen Sie ja nicht verstehen", entgegnete Kampmann.

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Und wieder mahnte Friedrich: "Ja, es geht um die weitere Auflösung der gesellschaftlichen Ordnung", schrieb er, "wundern Sie sich nicht, wenn das Pendel irgendwann zurückschlägt."

"Und ich dachte immer, Liebe, Respekt und Verantwortung seien christliche Werte"

Die Nutzer auf Twitter straften Friedrichs apokalyptische Warnungen mit deutlichen Worten ab. "Sie sollten vielleicht zur Kenntnis nehmen, dass Ihre Vorstellung von Ordnung fernab gesellschaftlicher Realität ist", schrieb Ministerin Kampmann.

Der Journalist Klaus Bardenhagen schrieb: "Und ich dachte immer, Liebe, Respekt und Verantwortung seien christliche Werte."

Und Pascal Striebel, der Lokalpolitiker aus Berlin, stellte Friedrichs abstruse Befürchtungen ganz einfach bloß:

"Ist es wirklich revolutionär, wenn Homosexuelle ein konservatives Lebensmodell wählen wollen? Und wenn ja: freuen Sie sich nicht drüber?"

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(ben)

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