Gefahr Zeckenstich: 5 Anzeichen von Borreliose, die ihr nicht ignorieren solltet

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  • Lyme-Borreliose ist eine teilweise chronisch verlaufende Infektionskrankheit
  • Gegen Borreliose gibt es noch keine Schutzimpfung
  • Die Tendenz sich mit Borreliose zu infizieren, ist für 2017 besonders hoch
  • Die wichtigsten Infos des Textes seht ihr zusammengefasst auch im Video oben

Sommerzeit ist Zeckenzeit. Doch viele Menschen unterschätzen nach wie vor die Gefahr, die von den lästigen Parasiten ausgeht. Denn Zecken übertragen nicht nur die hochgefährliche FSME (Frühsommermeningoencephalitis), sondern auch die sogenannte Lyme-Borreliose.

Gegen die Krankheit gibt es keine Impfung. Schlimmer noch: Nach der Infektion kann sich die Lyme-Borreliose zu einem chronischen Leiden entwickeln. Für die Betroffenen ist dies oft sehr belastend.

Was ist Lyme-Borreliose?

Lyme-Borreliose ist eine teilweise chronisch verlaufende Infektionskrankheit. Sie wird hauptsächlich von infizierten Zecken übertragen. Allerdings können auch Stechmücken und Pferdebremsen die Krankheit übertragen.

Manchmal erfolgt eine Infektion, ohne dass es zwangsläufig zu Symptomen kommt. In solchen Fällen findet der Arzt bei der Laboruntersuchung Hinweise darauf, dass das Immunsystem irgendwann auf den Erreger reagiert hat. Mehr passiert jedoch nicht.

Es können aber auch direkte Symptome auftreten - und dann ist es umso wichtiger, dass man sie erkennt und sofort zum Arzt geht.

Mehr zum Thema: Wieso Zecken uns auch im Winter gefährlich werden können

Der typische Krankheitsverlauf ist in drei Phasen gegliedert, die mit unterschiedlichen Beschwerden einhergehen. Allerdings verlaufen sie nicht bei jedem Infizierten gleich.

Sie können schwerer, milder und sogar in einer anderen Reihenfolge auftreten. Auch deshalb ist die Diagnose für viele Ärzte oft nicht leicht.

Symptome Phase 1

1. Kreisrunde Rötung der Haut

Nach einigen Tagen bis zu etwa vier Wochen bildet sich an der Stelle des Zeckenstichs eine kreisrunde Rötung. Diese ist oft scharf abgegrenzt.

In der Regel wird ihr Durchmesser mit der Zeit größer, die Mitte wird hingegen immer blasser. Weil sich die Hautveränderung in dieser charakteristischen Form ausbreitet, heißt sie auch Wanderröte (Erythema migrans).

Die Wanderröte ist laut dem Deutschen FSME & Borreliose-Bund der einzig objektive Hinweis auf eine Borrelien-Infektion.

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Typische Wanderröte nach Zeckenstich. Credit: iStock

Die Wanderröte kann auch als sogenannte Lymphozytom durch Schwellungen an Ohrläppchen, Hoden, Ellenbogen oder den Fingern auftreten. Doch nur etwa die Hälfte aller an Borreliose Infizierten zeigt auch eine Wanderröte als Symptom. Das erschwert die Diagnostik zusätzlich.

2. Fieber, Kopf-, Muskel und Gelenkbeschwerden

Viele Patienten berichten auch von starken Schmerzen, insbesondere an Extremitäten und Gelenken. Manche Betroffenen bekommen Fieber und leiden unter grippeähnlichen Symptomen sowie ständiger Müdigkeit.

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Kopf- und Muskelschmerzen sind nicht selten. Credit: iStock

Andere klagen über heftige Kopfschmerzen und Sehstörungen. Eine rasche Therapie ist in diesem Stadium der Krankheit besonders wichtig. Denn je früher die Borreliose behandelt wird, desto eher lässt sich ein chronischer Verlauf verhindern.

Symptome Phase 2

3. Nervenschmerzen und Lähmungserscheinungen

In Phase 2, die meist innerhalb von sechs Monaten nach der Infektion einsetzt, breitet sich die Borreliose im Organismus aus.

Charakteristisch ist hier die akute Neuroborelliose. Typisch hierfür sind brennende Nervenschmerzen, die sich vor allem nachts verschlimmern. Seltener kommt es zu Lähmungen des Rumpfes und von Armen und Beinen.

In schweren Fällen können die Krankheitserreger auch das Herz schädigen, was sich manchmal in Form von Herzrythmusstörungen äußert.

Symptome Phase 3

4. Arthritis und Entzündungen an den Gelenken

Nach Monaten bis Jahren können sich, allerdings eher in seltenen Fällen, schwere Entzündungen an den Gelenken, der Haut und dem Nervensystem einstellen.

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Arthritis an den Handgelenken kann ebenfalls ein Symptom einer Borreliose sein. Credit: iStock

Am häufigsten sind hier die Kniegelenke betroffen (Ärzte sprechen dann von der sogenannten Lyme-Arthritis). Die Beschwerden können anhalten oder in Schüben auftreten.

5. Hautveränderungen

An den Beinen und Armen verändert sich die Haut, wird dünner und kann sich bläulich verfärben. Auch eine chronische Gehirn- und Rückenmarkentzündung (chronische Neuroborreliose) mit Lähmungen ist ein mögliches Spätsymptom der Borreliose.

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Die Borrelien-Gefahr ist 2017 besonders hoch

Einer Studie des Robert-Koch-Instituts zufolge erkranken an durch Zeckenstiche übertragenen Krankheiten in Deutschland jährlich rund 50.000 bis 100.000 Personen.

Die Wahrscheinlichkeit, sich mit Borreliose zu infizieren, ist in diesem Jahr besonders hoch, wie Wissenschaftler der renommierten Berkely-Universität in Kalifornien in einer Studie warnen. Dies treffe auch für große Teile Europas zu.

Verantwortlich dafür soll die Klimaerwärmung sein. Die milden Winter hätten dafür gesorgt, dass sich die Zecken besonders gut vermehren konnten.

Zeckenstich - was zu tun ist

Wer eine Zecke am eigenen Körper bemerkt, sollte sie umgehend herausziehen. Je schneller man die Zecke entfernt, desto geringer ist das Risiko für eine Infektion. Das gilt insbesondere für die Lyme-Borreliose.

Im Gegensatz zu FSME-Viren, die unmittelbar mit dem Stich der Zecke übertragen werden, gibt es eine Karenzzeit für Borrelien. Es kursieren zwar Zeitangaben von acht bis 24 Stunden, diese sind aber noch nicht offiziell bestätigt worden.

Zur Sicherheit können Betroffene die entfernte Zecke in einem Labor untersuchen lassen. Eine genaue Anleitung, was bei einem Zeckenstich genau zu tun ist, findet sich auch auf der offiziellen Webseite des Borreliose- und FSME-Bunds Deutschland.

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(lk)

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