Aus diesem wichtigen Grund wird der US-Supreme Court nun über Torten diskutieren

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WEDDING CAKE
Eine Torte beschäftig nun sogar das höchste Gericht in den USA, den Supreme Court. | POOL New / Reuters
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  • Das höchste Gericht der USA wird einen Fall behandeln, in dem es um Kuchen geht
  • Ein Bäcker in Colorado verweigerte einem gleichgeschlechtlichen Paar mit Heiratsabsicht seine Dienstleistungen
  • Das Paar wehrte sich juristisch dagegen und erhielt vor mehreren Gerichten Recht

Der Supreme Court hat am Montag eingewilligt, in einem Fall zu richten, in dem es um süße Torten geht. Das höchste Gericht der Vereinigten Staaten wird auf die Klage gegen einen Mann aus dem Bundesstaat Colorado eingehen. Dieser ist Bäcker und hatte sich geweigert, gleichgeschlechtlichen Paaren eine Hochzeitstorte zu backen.

Das Paar erstatte Anzeige wegen Diskriminierung. Gerichte urteilten in dem Fall und gaben den beiden Recht, berichtet die Zeitung "New York Times".

Der Bäcker machte jeweils geltend, die amerikanische Verfassung erlaube es ihm, Kunden abzulehnen. Denn die Verfassung garantiere jedem Amerikaner das Recht, seine Religion frei auszuleben und die eigene Meinung auch in der Öffentlichkeit zu verbreiten.

Fotografen und Blumenhändler wollen keine Geschäfte mit Homosexuellen machen

In verschiedenen Regionen der USA haben sich Bäckereien, Blumenhändler, Fotografen und andere Geschäfte dagegen gewehrt, gleichgeschlechtliche Paare zu bedienen. Sie argumentieren, ihre Religion - meist ist es das Christentum - verunmögliche es ihnen, homosexuellen Paaren mit Heiratsabsicht ihre Dienstleistungen anzubieten. Die Ehe sei einzig für die Beziehung zwischen Mann und Frau bestimmt.

Die Anwälte des Bäckers machten geltend, das gleichgeschlechtliche Paar hätte problemlos in einer anderen Bäckerei den Hochzeitskuchen bestellen können. Es sei nicht richtig, ihren Mandanten dazu zu zwingen, das Paar zu bedienen.

Vergleich mit dem Kampf gegen die Rassentrennung

Rechtsvertreter des Paares wehrten sich dagegen: Das sei keine Antwort, die das Paar akzeptieren könne. Genauso inakzeptabel sei es gewesen, als noch vor einigen Jahrzehnten Afromerikaner dazu aufgefordert wurden, sich ein anderes, nicht von Weißen besuchtes Restaurant zu suchen.

Der Supreme Court hat in den vergangenen Jahren immer mehr die Rechte von gleichgeschlechtlichen Paaren gestärkt. Vor zwei Jahren kam dann das Urteil, wofür Tausende seit Jahren kämpften: Das Recht auf Eheschließung ist auch für gleichgeschlechtliche Paare klar in der Verfassung geregelt. Auch konservative Bundesstaaten dürfen Homosexuelle nicht davor abhalten, den Bund der Ehe zu schließen.

Nun will sich das Gericht in der Angelegenheit Zeit lassen. Mit einem Urteil wird frühestens im nächsten Jahr gerechnet. Doch bis dahin wird die Debatte in der Öffentlichkeit immer wieder entbrennen.

Denn die Frage bleibt: Soll der Staat private Unternehmen dazu zwingen können, Dienstleistungen auch dann anzubieten, wenn religiöse Gefühle der Inhaber oder Mitarbeiter das nicht zulassen würden?

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(jazi)