Steinbach empört sich über Merkels Vorstoß zur Ehe für alle

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Steinbach empört sich über Merkels Vorstoß zur Ehe für alle | Reuters
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  • Erika Steinbach hat Angela Merkel für ihren Vorstoß zur Ehe für alle scharf kritisiert
  • Sie wirft ihr "pure Machtpolitik" vor

Die frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihren Vorstoß zur Ehe für alle scharf kritisiert.

"Dahinter steckt pure Machtpolitik", sagte Steinbach der HuffPost. "Die Kanzlerin hat mit ihrer Entscheidung das Thema vor der Wahl abgeräumt, um sich weniger angreifbar zu machen. Stattdessen hätte sie selbstbewusst den Kurs der CDU verteidigen müssen.“

"Eigenmächtiges und rücksichtsloses Verhalten"

Merkel habe das Thema völlig überraschend über die Köpfe der Fraktions- und Parteimitglieder hinweg auf die Tagesordnung gesetzt, noch bevor das Wahlprogramm steht. "Ein so eigenmächtiges und rücksichtsloses Verhalten bei einem so sensiblen Thema habe ich noch von keiner Parteiführung erlebt", sagte Steinbach.

Sie wie auch andere CDU-Mitglieder hätten damit gerechnet, dass die Kanzlerin erst nach der Wahl die Ehe für alle angehen würde.

"Richtung einer Gewissensentscheidung"

Merkel hatte bei einer Veranstaltung am Montagabend gesagt, sie wünsche sich eine Diskussion, die "eher in Richtung einer Gewissensentscheidung geht". Aus den Reihen von SPD und Grünen, aber auch aus der CDU, wurden anschließend Forderungen laut, noch in der laufenden letzten Sitzungswoche des Bundestags abzustimmen.

Mit der Abkehr vom klaren Nein der CDU zur gleichberechtigten Homosexuellen-Ehe hat Merkel eine weitere konservative Position aufgegeben. In ihrer Zeit als Parteichefin ist schon so manch alter Zopf abgeschnitten worden - etwa die Wehrpflicht und die Atomkraft.

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(sk)

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